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▪
Eisbergmodell des Bewusstseins
▪
Abwehrmechanismen des Ichs
▪
Überblick
▪
Tabellarische Übersicht
▪
Formen von Abwehrmechanismen
▪ Überblick
▪
Primäre Abwehrmechanismen
▪
Sekundäre Abwehrmechanismen
• Baustein: Josef K.s Verhalten als psychischen Abwehrmechanismus
verstehen und visualisieren
Am Kapitel •"Der
Prügler"
in
•
Franz Kafkas Roman • "Der
Prozess" lässt sich mit Hilfe der nachfolgenden
Strukturskizze zeigen, wie das Selbstgericht, die "permanente Folter" bzw.
das "procedierende‹ innere Gestraftwerden" (vgl.
Hiebel 2008, S.468), auf dem Wege einer mehr oder weniger klassischen
•
(Affekt-)Verschiebung, Josef K. trotz der ihn bedrängenden
Schuldfantasien für einen Moment "Luft" verschafft.
Für die »Psychoanalyse ist die Untersuchung von Aktivitäten des
▪
Ichs, die der
▪
Abwehr von Ängsten dienen, außerordentlich wichtig.
Sie interessiert sich
dabei vor allem für die unbewussten Anteile der Antworten auf die folgenden
vier Fragen, mit denen sie das Erleben und Handeln einer Person beschreibt:
-
Was wünscht sich die Person?
-
Wovor hat sie Angst?
-
Was unternimmt sie gegen ihre Angst?
-
Welche Befriedigungsmöglichkeiten bleiben ihr?
(vgl.
Haubl u. a. 1986, S.190)
Die
Angstabwehr gehört zu den
automatischen Tätigkeiten des Ichs,
mit denen es sich vor der unkontrollierten Dynamik schützt, die das
Fortbestehen eines Angstzustandes für das Erleben und Handeln einer Person
bedeuten könnte. Meist mit einer akzeptablen Ersatzbefriedigung versehen,
verhindert die Abwehr damit eine traumatische Angstentwicklung.
Für
»Sigmund Freud (1856 -1939), den Begründer der Psychoanalyse,
stellt die Verdrängung die Hauptfunktion der Abwehr dar.
Mit bestimmten mental-psychischen Mechanismen sollen dabei Vorstellungen
beeinflusst werden,
die wir uns über
ein Objekt unserer Begierde (Libido)
machen, oder, anders gesagt:
Unsere Vorstellungen über ein Objekt, auf das sich
unsere triebhaften
Es-Ansprüche richten (Sachvorstellungen
bzw. Objektbeziehungsvorstellungen), sollen damit beeinflusst werden. Mit
Abwehrmechanismen, die auch im Kontext
psychischer Gesundheit als "Reaktionsbereitschaften" eine große Rolle
spielen, stabilisieren auch "psychisch gesunde" Menschen ein
Handeln und Erleben, das als "normal" gilt. (vgl.
Haubl u. a. 1986, S.198)
Verdrängung stellt dabei immer auch eine "Sprachzerstörung"
(Lorenzer 1970) dar, die sich wie folgt darstellen lässt:
"In einem ersten Schritt kann eine Person ihre themenspezifischen
Unlustgefühle nicht mehr benennen und deshalb auch nicht über sie sprechen;
im zweiten Schritt spürt sie nur noch eine affektive Erregung, aber hat
keine Vorstellung mehr davon, was sie bedeutet; im dritten Schritt
schließlich wird der Affektbetrag unterdrückt, so dass in letzter Konsequenz
Apathie entsteht. Genau genommen liegt die Veränderung im Zusammenhang der
Repräsentationsformen nicht in einer völligen Abkoppelung, sondern in einer
Verwirrung der Bezüge. Im ersten Schritt kommt es zur Koppelung
zwischen einem Gefühl und einem unangemessenen Gefühlsausdruck, so dass eine
Person von ihrem Sprachbewusstsein her ihr Gefühl verkennt und dadurch nicht
zu Bewusstsein kommen lässt. Im zweiten Schritt wird der Affekt mit einer
unangemessenen Objektbeziehungsvorstellung gekoppelt, so dass er deplaziert
wirkt und die tatsächlich affizierende Objektbeziehungsvorstellung unbewusst
bleibt; im dritten Schritt schließlich wird die wahre Intensität des
Affektes durch partielle Erregungsbindung gedämpft, so dass sie nicht zu
Bewusstsein kommt." (Haubl
u. a. 1986, S.193).

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Grundsätzlich kann man zwischen
▪ sekundären und
▪ primären Abwehrmechanismen unterscheiden. Sie kommen einzeln, aber auch in
Kombination miteinander vor. Sie treten - in den Kategorien der älteren
Persönlichkeitspsychologie ausgedrückt, vor allem im Zusammenhang mit der
Kontrolle von »neurotischer und
»psychotischer Angst
auf.
Dabei ist trotz des vordergründig so einleuchtenden begrifflichen
Unterschieds, nämlich der Schwere der psychischen Störung (neurotisch <
psychotisch!) und der Unterschiede bei ihrer Therapie, zu beachten, dass die
beiden Begriffe in der Psychologie heute nicht mehr sehr gebräuchlich sind:
Man spricht, beide Angstformen umfassend, im Konzept
▪
psychischer Störungen heute von
▪
Angststörungen.
•
Sekundäre Abwehrmechanismen,
zu denen auch die •
(Affekt-)Verschiebung zählt, setzen ein starkes •
Ich voraus, das zur Abwehr "in das psychische
Repräsentationssystem ( Affekt - Objektbeziehungsvorstellung -
Objektbeziehungssprache)" eingreift. Auch wenn die moderne
Psychologie gerade bei der Affektverschiebung beklagt, dass sie
empirisch nicht wirklich nachzuweisen ist, wird der ihr zugrunde
liegende ▪
Verdrängungsbegriff nicht nur im Fall von Josef K. K.s Verhalten zur
Deutung in anderen Kontexten herangezogen werden.•
Sekundäre Abwehrmechanismen,
zu denen auch die •
(Affekt-)Verschiebung zählt, setzen ein starkes •
Ich voraus, das zur Abwehr "in das psychische
Repräsentationssystem ( Affekt - Objektbeziehungsvorstellung -
Objektbeziehungssprache)" eingreift. Auch wenn die moderne
Psychologie gerade bei der Affektverschiebung beklagt, dass sie
empirisch nicht wirklich nachzuweisen ist, wird der ihr zugrunde
liegende ▪
Verdrängungsbegriff nicht nur im im Fall von Josef K. K.s Verhalten
zur Deutung in anderen Kontexten herangezogen werden.
Bei der •
(Affekt-)Verschiebung
-
wird die Beziehung
zwischen dem Affekt und dem Objekt des Affektes
(Objektbeziehungsvorstellung) gelöst
-
verbindet sich der
freigesetzte Affekt mit einer anderen Objektbeziehungsvorstellung,
nur noch wenig oder indirekt auf die ursprüngliche Koppelung
verweist: "Das Objekt, dem ein bestimmter Wunsch gilt, büßt seine
Wirkung ein - es affiziert nichts mehr"
-
zeigt die betroffene
Person aufgrund dieser Verschiebung plötzlich einen starken Affekt
gegenüber einem bis dahin neutralen Objekt, den sie sich selbst
nicht erklären kann
Ein •
Beispiel für die Affektverschiebung ist, wenn jemand statt sich mit dem vermeintlich "Stärkeren" auseinanderzusetzen,
die ganze, eigentlich auf diesen zu richtende Aggression gegen sich selbst
richtet (Autoaggression)
und sich in Selbstvorwürfen verliert.

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