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Arno Holz (1863 - 1929)

Brücke zum Zoo

(1916)


 

Im Tiergarten, auf einer Bank,

behaglich,

ein Knie über das andere, bequem-nachlässig zurückgelehnt,

sitze ich

und rauche und

freue mich über die schöne Vormittagssonne!

Vor mir,

glitzernd, der Kanal:

den

Himmel spiegelnd, beide Ufer

leise schaukelnd.

Über die Brücke, langsam Schritt, reitet ein Leutnant.

Unter ihm,

zwischen den dunkelen, schwimmenden, blütenkerzigen Kastanienkronen,

pfropfenzieherartig,

ins

Wasser gedreht,

den

Kragen siegellackrot,

sein

Spiegelbild.

Aus den hohen Uferulmen

schmettern die Finken,

vom nahen

Zoo,

erfreulich ohrenbeleidigend, metallischschrillgrell, markdurchdringlich,

verliebt,

erhebt sich ein Affengekreisch;

ein ganz

wahrhaftiger,

wahrer und wirklicher

Kuckuck,

irgendwo, hinter mir,

siebenmal,

ruft.

   (aus: Buch der Zeit, 1886; vgl. Wende 1999, S.108-109)

 

 
 
   Arbeitsanregungen:

Interpretieren Sie das Gedicht.

 
            
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