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Das Kind

Friedrich von Hagedorn


 

  Freude, Göttin edler Herzen!
  Höre mich  
  Lass die Lieder, die hier schallen,
  Dich vergrößern, dir gefallen:
5 Was hier tönet, tönt durch dich  
   
  Muntre Schwester süßer Liebe!
  Himmelskind!
  Kraft der Seelen! Halbes Leben!
  Ach! was kann das Glück uns geben,
10 Wenn man dich nicht auch gewinnt?
   
  Stumme Hüter toter Schätze
  Sind nur reich  
  Dem, der keinen Schatz bewachet,
  Sinnreich scherzt und singt und lachet,
15 Ist kein karger König gleich.  
   
  Gib den Kennern, die dich ehren,
  Neuen Mut,
  Neuen Scherz den regen Zungen,
  Neue Fertigkeit den Jungen,
20 Und den Alten neues Blut.  
   
  Du erheiterst, holde Freude!
  Die Vernunft.  
  Flieh, auf ewig, die Gesichter
  Aller finstern Splitterrichter
25 Und die ganze Heuchlerzunft!

(Aus: Poetische Werke, Zweyter Theil / Zweytes Buch, Oden und Lieder, Referenzausgabe: Anonymus: Des Herrn Friedrichs von Hagedorn sämmtliche Poetische Werke, Bd. 2. Johann Carl Bohn: 1757, S. 42)

 
   Arbeitsanregungen:
  1. Interpretieren Sie das Gedicht.
  2. Arbeiten Sie dabei das Weltbild von Friedrich von Hagedorn und seiner Literaturepoche heraus.

  

  
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