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Andreas Gryphius

Einsamkeit


In dieser Einsamkeit, der mehr denn öden Wüsten,
Gestreckt auf wildes Kraut, an die bemooste See:
Beschau ich jenes Tal und dieser Felsen Höh',
Auf welchem Eulen nur und stille Vögel nisten.

Hier, fern von dem Palast; weit von des Pöbels Lüsten,
Betracht' ich: wie der Mensch in Eitelkeit vergeh',
Wie, auf nicht festem Grund all unser Hoffen steh',
Wie die vor Abend schmähn, die vor dem Tag uns grüßten.

Die Höll', der rauhe Wald, der Totenkopf, der Stein,
Den auch die Zeit auffrisst, die abgezehrten Bein'
Entwerfen in dem Mut unzählige Gedanken.

Der Mauern alter Graus, dies unbebaute Land
Ist schön und fruchtbar mir, der eigentlich erkannt,
dass alles, ohn' ein' Geist, den Gott selbst hält, muss wanken.
   


   Arbeitsanregungen:

Interpretieren Sie das Gedicht von Andreas Gryphius (1618 - 1664).

  1. Beschreiben Sie dazu die äußere Form des Gedichtes.

  2. Man hat behauptet, dass in diesem Gedicht ein gläubiges Sprecher-Ich dem Zuhörer/Leser den Erkenntnisweg eines Gläubigen vermitteln will.
    Welche Begründungen finden Sie für diese Interpretationshypothese?

  3. Das Gedicht ist "kein Landschaftsgedicht", behauptet Wolfram Mauser (1982). Setzen Sie sich mit dieser Interpretationshypothese auseinander.

  4. Zeigen Sie auf, welche typischen Gedanken und Motive der Barockliteratur von Gryphius verwendet werden.

  

  
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