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Andreas Gryphius

Abend


Der schnelle Tag ist hin / die Nacht schwingt ihre Fahn /
Und führt die Sternen auff. Der Menschen müde Scharen
Verlassen Feld und Werck / Wo Thir und Vögel waren
Traurt itzt die Einsamkeit. Wie ist die Zeit verthan!

Der Port naht mehr und mehr sich / zu der Glider Kahn.
Gleich wie diß Licht verfil / so wird in wenig Jahren
Ich / du / und was man hat / und was man siht / hinfahren.
Diß Leben kömmt mir vor als eine Renne-Bahn.

Laß höchster Gott mich doch nicht auff dem Lauffplatz gleiten /
Laß mich nicht Ach / nicht Pracht / nicht Lust / nicht Angst verleiten!
Dein ewig-heller Glantz sey vor und neben mir /

Laß / wenn der müde Leib entschläfft / die Seele wachen
Und wenn der letzte Tag wird mit mir Abend machen /
So reiß mich aus dem Thal der Finsternüß zu dir.

 


   Arbeitsanregungen:

Interpretieren Sie das Gedicht von Andreas Gryphius (1618 - 1664).

  1. Beschreiben Sie dazu die äußere Form des Gedichtes.

  2. Zeigen Sie auf, welche typischen Gedanken und Motive der Barockliteratur von Gryphius verwendet werden.

  3. Untersuchen Sie das Hauptmotiv und seine antithetische Gestaltung.

  4. Worin sehen Sie die Aussage des Gedichtes.

  

  
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