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Historischer Hintergrund

Historische Ereignisse im Drama

Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) - Dramatische Werke - Egmont

 
FAChbereich Deutsch
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Johann Wolfgang von Goethe gestaltete in seinem Drama »Egmont« aus verschiedenen Gründen eine Titelfigur, die in wichtigen Merkmalen von der historischen Person gleichen Namens abweicht.

Historischer Hintergrund, mit vollständigem Namen Lamoral Graf Egmont (1522-1568), war Prinz von Gaure, Ritter und Statthalter von Flandern und Artois. Er entstammte einem alten niederländischen Adelsgeschlecht, dessen Name von ihrer seit dem 11. Jahrhundert ausgeübten Schirmherrschaft über die Benediktinerabtei Egmond bei Alkmaar in Nordholland und einer in deren Nähe errichteten, im 16. Jahrhundert aber wieder zerstörten Burg abgeleitet worden ist. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er am Hof Kaiser Karl V. (1519-56, wo er erzogen wurde und als Page Dienst tat.

 

1566 August

Im August1566 breitet sich ein gewalttätig verlaufender Bildersturm radikaler Calvinisten auf katholische Kirchen und Klöster in wenigen Tagen auf die ganzen »Spanischen Niederlande aus .Betroffen sind u. a.  Artois, Flandern, Antwerpen, Holland, Seeland und Groningen. Nach dem Zugeständnis der Religionsfreiheit durch die Regentin»Margarete von Parma (1522-1586) machen sich ihre niederländischen Stattthalter »Egmont (1522-1568) und »Wilhelm von Oranien (1533-1584) in ihre Provinzen auf, um auf Grund dieser Zusage die Ordnung wieder herzustellen

Der »Bildersturm in den Niederlanden während der Reformationszeit war eng mit der Ausbreitung des »Calvinismus in den Niederlanden und Frankreich verbunden und geprägt durch eine enge Verknüpfung von Bilderzerstörung und politisch-religiösen Auseinandersetzungen im Bürgerkrieg. Bilderstürmer wurden seit den 1520er Jahren in den Niederlanden systematisch als Ketzer verfolgt und bestraft. Die königliche Regierung der Niederlande drohte 1522 in einem Edikt denjenigen, welche Bilder zerstören, die zu Ehren von Gott, der Jungfrau Maria oder den Heiligen angefertigt worden waren, schwere Strafen an. Die Verfolgung der Neugläubigen als Ketzer führte zu einer Massenflucht ins europäische Ausland. Nach der Unterzeichnung des Kompromisses der Noblen und dem Edikt der »Margarete von Parma (1522-1586), welches eine Mäßigung bei der Ketzerverfolgung anordnete, kehrten die ausgebildeten Prediger und die Laienprediger in die Niederlande zurück und begannen, öffentlich zu predigen.

 Dabei brachen die Calvinisten in Gotteshäuser ein, zerstörten Heiligenstatuen und stahlen Zierrat. Sie zersprengten auch Prozessionen zu Mariä Himmelfahrt. Die städtischen Obrigkeiten waren anfangs nicht in der Lage und oft auch nicht willens, diesen vandalischen Akten Einhalt zu gebieten.

Der Bildersturm war ausgebrochen, bevor die Niederlande die Nachricht erreichte, dass Philipp II. sich in den religiösen Streitfragen kompromissbereit gezeigt und Margarete ermächtigt hatte, nach ihrem Ermessen die Strafen gegen Ketzer zu senken.

Margarethe geriet durch die im Zuge des Bildersturms sich zuspitzende Lage unter großen Druck. Anfangs dachte sie an eine Flucht aus Brüssel, doch die städtischen Behörden verweigerten den Abtransport ihres Gepäcks, wogegen sie heftig protestierte. Sie räumte den Protestanten widerwillig weitere Zugeständnisse ein. So durften bei Nichtstörung der öffentlichen Ordnung an jenen Orten öffentliche protestantische Predigten abgehalten werden, wo sie schon früher stattgefunden hatten. Als Vorbild dienten die Verhältnisse in Frankreich.

Langsam beruhigte sich die Situation. Die Ausschreitungen hatten die Protestanten zunehmend Sympathien gekostet und Margarethe suchte nun ihre religionspolitischen Konzessionen zurückzunehmen und militärisch wieder die Ordnung herzustellen. Sie wollte die Unruhestifter vom Sommer 1566 ausforschen und vor Gericht bringen lassen und trachtete auch danach, dass der Katholizismus weiterhin die einzige anerkannte Religion blieb. Ausländische protestantische Prediger wurden ausgewiesen.

3. Oktober 1566 Oranien warnt in einer Zusammenkunft zu Dendermonde (zwischen Antwerpen und Gent ) den Grafen Egmont vor der Rache des Königs, der nach Meldungen aus Spanien mit den Zugeständnissen der Regentin nicht einver-standen war und alle Schuld auf die Häupter des Adels schob.
29.10.1566 Im spanischen Staatsrat, unter dem Vorsitz des Königs wird eine militärische Expedition nach den Niederlanden beschlossen .
1566 (Ende November) Die gegenüber den Befehlen der Brüsseler Regierung besonders unfolgsamen Städte Valenciennes und Tournai weigerten sich Ende November 1566, spanische Garnisonen aufzunehmen. Die protestantischen Aufständischen konnten aber den militärischen Widerstand nicht lange aufrechterhalten und wurden bald besiegt. Zahlreiche hochrangige Adlige wie Graf Egmont stellten sich auf die Seite der Statthalterin Margarate von Parma und halfen ihr bei der Unterdrückung der Rebellion.
1.12.1566 Alba wird zum Befehlshaber der nach den Niederlanden zu sendenden Armee ernannt.
1566 Dezember Oranien verweigert den von der Regentin verlangten neuen Eid, der Regierung ohne allen Vorbehalt zu gehorchen.
1567 April (1. Woche) Letzte Zusammenkunft Oraniens mit Egmont zu Willebroek (unweit Antwerpen ) . Oranien wiederholt erfolglos seine Warnung vor dem nahen Verderben.
22.4.1567 Oranien betrachtet sich als aller seiner Ämter enthoben und verlässt die Niederlande .
27.4.1567 Alba segelt mit 10.000 Mann von Cartagena ab.
27.5.1567 Alba landet in Savona (westl.von Genua). Im Mai 1567 ist die Revolte endgültig niedergeschlagen.
22.8.1567 Einzug Albas in Brüssel mit seiner unterwegs auf 20 000 Mann verstärkten Armee.
9.9.1567 Verhaftung Egmonts und des gleich ihm verdächtigen Grafen und Admirals Hoorne. Einsetzung des »"Blutrates"
22.9.1567 Abführung der Gefangenen in die Citadelle von Gent.
30.12.1567 Die Regentin Margareta verlässt die Niederlande.
1568 Mai Gegen Oranien wird vom Blutrat auf ewige Verbannung und Güterkonfissation erkannt. Niederreißung des Kulenburgischen Hauses in Brüssel auf Befehl Albas.
3.6.1568 Zurückführung Egmonts und Hoornes nach Brüssel durch eine spanische Eskorte
4.6.1568 Egmonts Verurteilung zum Tode.
5.6.1568 Egmonts und Hoornes Hinrichtung.

  (aus: Hoferer 1895, S.10-11, vgl. Wikipedia)

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 28.06.2026

  
 

 
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