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Im
August1566 breitet sich ein gewalttätig verlaufender
Bildersturm radikaler Calvinisten auf katholische
Kirchen und Klöster in wenigen Tagen auf die ganzen
»Spanischen
Niederlande aus .Betroffen sind u. a.
Artois, Flandern, Antwerpen, Holland, Seeland und
Groningen. Nach dem Zugeständnis der
Religionsfreiheit durch die Regentin»Margarete
von Parma (1522-1586) machen sich ihre
niederländischen Stattthalter »Egmont
(1522-1568) und »Wilhelm
von Oranien (1533-1584) in ihre Provinzen auf,
um auf Grund dieser Zusage die Ordnung wieder
herzustellen
Der »Bildersturm
in den Niederlanden während der Reformationszeit
war eng mit der Ausbreitung des »Calvinismus
in den Niederlanden und Frankreich verbunden und
geprägt durch eine enge Verknüpfung von
Bilderzerstörung und politisch-religiösen
Auseinandersetzungen im Bürgerkrieg. Bilderstürmer
wurden seit den 1520er Jahren in den Niederlanden
systematisch als Ketzer verfolgt und bestraft. Die
königliche Regierung der Niederlande drohte 1522 in
einem Edikt denjenigen, welche Bilder zerstören, die
zu Ehren von Gott, der Jungfrau Maria oder den
Heiligen angefertigt worden waren, schwere Strafen
an. Die Verfolgung der Neugläubigen als Ketzer
führte zu einer Massenflucht ins europäische
Ausland. Nach der Unterzeichnung des Kompromisses
der Noblen und dem Edikt der »Margarete
von Parma (1522-1586), welches eine Mäßigung bei
der Ketzerverfolgung anordnete, kehrten die
ausgebildeten Prediger und die Laienprediger in die
Niederlande zurück und begannen, öffentlich zu
predigen.
Dabei
brachen die Calvinisten in Gotteshäuser ein,
zerstörten Heiligenstatuen und stahlen Zierrat. Sie
zersprengten auch Prozessionen zu Mariä Himmelfahrt.
Die städtischen Obrigkeiten waren anfangs nicht in
der Lage und oft auch nicht willens, diesen
vandalischen Akten Einhalt zu gebieten.
Der
Bildersturm war ausgebrochen, bevor die Niederlande
die Nachricht erreichte, dass Philipp II. sich in
den religiösen Streitfragen kompromissbereit gezeigt
und Margarete ermächtigt hatte, nach ihrem Ermessen
die Strafen gegen Ketzer zu senken.
Margarethe geriet durch die im Zuge des Bildersturms
sich zuspitzende Lage unter großen Druck. Anfangs
dachte sie an eine Flucht aus Brüssel, doch die
städtischen Behörden verweigerten den Abtransport
ihres Gepäcks, wogegen sie heftig protestierte. Sie
räumte den Protestanten widerwillig weitere
Zugeständnisse ein. So durften bei Nichtstörung der
öffentlichen Ordnung an jenen Orten öffentliche
protestantische Predigten abgehalten werden, wo sie
schon früher stattgefunden hatten. Als Vorbild
dienten die Verhältnisse in Frankreich.
Langsam beruhigte sich die Situation. Die
Ausschreitungen hatten die Protestanten zunehmend
Sympathien gekostet und Margarethe suchte nun ihre
religionspolitischen Konzessionen zurückzunehmen und
militärisch wieder die Ordnung herzustellen. Sie
wollte die Unruhestifter vom Sommer 1566 ausforschen
und vor Gericht bringen lassen und trachtete auch
danach, dass der Katholizismus weiterhin die einzige
anerkannte Religion blieb. Ausländische
protestantische Prediger wurden ausgewiesen. |