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Paul Gerhardt

O Haupt voll Blut und Wunden


 

O Haupt voll Blut und Wunden,

 

voll Schmerz und voller Hohn,

 

o Haupt, zum Spott gebunden

 

mit einer Dornenkron,

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o Haupt, sonst schön gekrönet

 

mit höchster Ehr und Zier,

 

jetzt aber höchst verhöhnet,

 

gegrüßet seist du mir!

 

 

 

O edles Angesichte,

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davor das Reich der Welt

 

erschrickt und wird zu nichte,

 

wie bist du so entstellt,

 

wie bist du so erbleichet!

 

Wer hat dein Augenlicht,

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dem sonst kein Licht mehr gleichet,

 

so schmachvoll zugericht't?

 

 

 

Die Farbe deiner Wangen,

 

der roten Lippen Pracht

 

ist hin und ganz vergangen;

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des blassen Todes Macht

 

hat alles hingenommen,

 

hat alles hingerafft,

 

und daher bist du kommen

 

von deines Leibes Pracht

 

 

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Nun, was du, Herr, erduldet,

 

ist alles meine Last,

 

ich hab es selbst verschuldet,

 

was du getragen hast

 

Schau her, hier steh ich Armer,

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der Zorn verdienet hat;

 

gib mir, o mein Erbarmer,

 

den Anblick deiner Gnad

 

 

 

Erkenne mich, mein Hüter,

 

mein Hirte, nimm mich an!

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Von dir, Quell aller Güter,

 

ist mir viel Guts getan;

 

dein Mund hat mich begabet

 

mit wunderbarem Trost,

 

dein Geist hat mich gelabet

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mit reicher Himmelskost

 

 

 

Ich will hier bei dir stehen,

 

verachte mich doch nicht;

 

von dir will ich nicht gehen,

 

wenn dir dein Herze bricht;

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wenn dein Haupt wird erblassen

 

im letzten Todesstoß,

 

alsdann will ich dich fassen

 

in meinen Arm und Schoß

 

 

 

Es dient zu meinen Freuden

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und kommt mir herzlich wohl,

 

wenn ich in deinem Leiden,

 

mein Heil, mich finden soll

 

Ach möcht ich, o mein Leben,

 

an deinem Kreuze hier

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mein Leben von mir geben,

 

wie wohl geschähe mir!

 

 

 

Ich danke dir von Herzen,

 

o Jesus, liebster Freund,

 

für deines Todes Schmerzen,

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da dus so gut gemeint

 

Ach gib, dass ich mich halte

 

zu dir und deiner Treu,

 

und wenn ich einst erkalte,

 

in dir mein Ende sei

 

 

65

Wenn ich einmal soll scheiden,

 

so scheide nicht von mir;

 

wenn ich den Tod soll leiden,

 

so tritt du dann herfür;

 

wenn mir am allerbängsten

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wird um das Herze sein,

 

so reiß mich aus den Ängsten

 

kraft deiner Angst und Pein

 

 

 

Erscheine mir zum Schilde,

 

zum Trost in meinem Tod

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und lass mich sehn dein Bilde

 

in deiner Kreuzesnot

 

Da will ich nach dir blicken,

 

da will ich glaubensvoll

 

fest an mein Herz dich drücken:

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wer so stirbt, der stirbt wohl

 
 

 

(aus: Projekt Gutenberg, in der Rechtschreibung modernisiert)
 

 
   Arbeitsanregungen:

   Interpretieren Sie das Gedicht.

  

 
      
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