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Dürrenmatt, Der Besuch der alten Dame: Dritter Akt

Überblick

 
 
 
Der dritte Akt von Friedrich Dürrenmatts Drama "Der Besuch der alten Dame" führt die dramatische Entwicklung auf der Bühne hin zur Katastrophe: Die Ermordung Alfred Ills durch das Kollektiv der Güllener Bürgerinnen und Bürger.

Friedrich Dürrenmatt nimmt unterhalb der Ebene der Akte keine expliziten →Szenenmarkierungen im →Nebentext seines Dramas vor. Dennoch lassen sich zum Zweck der Analyse im vierten Akt sechs größere szenische Einheiten identifizieren, die durch den auf offener Bühne vollzogenen Ortswechsel der dramatischen Handlung signalisiert werden:

 

86-91

In der Peterschen Scheune

(Seite) Handlung Anmerkungen

86

Lehrer und Arzt im Gespräch mit Claire Z.; sie hoffen auf eine wirtschaftliche Lösung des Problems, was allerdings von Claire Z. abgelehnt wird.

 

91-109

In Ills Laden

(Seite) Handlung Anmerkungen

91

Der Erste und Frau Ill im Gespräch über die Hochzeit von Claire Z. und die wirtschaftliche Lage.

  • Frau Ill: "Klärchen ist das Glück zu gönnen nach all der Misere." (S.91)

92

Der Zweite (Helmesberger) und die Vorigen verurteilen Ills Handlungen

versichern sich ihres Einverständnisses, Ills möglichen Versuch, die Presse zu informieren, gemeinsam zu vereiteln.

  • Ill hat sich zurückgezogen, läuft seit Tagen oben in seinem Zimmer auf und ab (S.93, 94)

93

Der Lehrer kommt hinzu, betrinkt sich, während noch der Maler und der Dritte und der Vierte eintreffen; Vorbereitungen für das Eintreffen der Presse.

 

94

Die Presseleute treffen ein, interviewen, recherchieren über die alte Liebesgeschichte von Klara und Alfred

 

98

Der Lehrer will die Wahrheit sagen: Die Anwesenden protestieren und wollen sich auf ihn stürzen.

 
99

Alfred Ill kommt dazu, fordert den Lehrer auf zu schweigen; Presseleute verlassen den Laden.

 
101

Anwesende beschimpfen und beleidigen Ill und verlassen den Laden bis auf den Lehrer.

 
102

Lehrer ermuntert Ill, den Kampf unter Ausnutzung der Presse aufzunehmen;
- Ill lehnt dies ab;
- Lehrer prophezeit den Mord und seine künftige Verstrickung/Beteiligung

104

Ill im Gespräch mit seiner Familie:
- Ills Sohn hat ein neues Auto
- seine Frau beschwichtigt
Ill will mit seiner Familie eine Fahrt im Auto unternehmen.

  • Frau Ill: "Alle machen Schulden ... klar, dass sich die Sache friedlich arrangiert. Klärchen geht nicht aufs Ganze ..." (S.105)

105

Ill und der Bürgermeister:
- Bürgermeister bringt ein Gewehr mit
- informiert Ill über den geplanten Verlauf der Gemeindeversammlung.
- Ill erklärt sich bereit, das Urteil anzunehmen (S.108).
- Bürgermeister fordert Ill zum Selbstmord auf
- Ill lehnt dies ab.
- Bürgermeister lässt Ill allein.

 

109-113

Im Auto: Ills Abschied von seiner Familie

(Seite) Handlung Anmerkungen

109

Autofahrt als Abschied Ills von seiner Familie

  • Ill: "Ich habe eben von meiner Familie Abschied genommen."

 

113-118

Im Konradsweilerwald: Alfred Ill und Claire Zachanassian

(Seite) Handlung Anmerkungen

113

Ill trifft auf seinem zu Fuß angetretenen Rückweg nach Güllen Claire Z. im Konradsweilerwald; sie sprechen über
- Familiensituation Ills
- das gemeinsame (tote) Kind
- das bevorstehende Todesurteil, das von Ill widerspruchslos akzeptiert wird (S.117)
- Pläne von Claire Z. nach dem Tode Ills

  • Ill: "... einer wird mich töten. ... Ich weiß nur, dass sich ein sinnloses Leben beende." (S.117)

  • Claire Z.: "Ich will (den Traum von Leben, von Liebe, von Vertrauen) wieder errichten mit meinen Milliarden, die Vergangenheit ändern, indem ich dich vernichte. (S.117)

 

119-131

Im Theatersaal des Goldenen Apostel: Todesurteil und seine Vollstreckung

(Seite) Handlung Anmerkungen

119

Ansprache des Radioreporters

  • Reporter: " ... eines der größten sozialen Experimente unserer Epoche" (S.121)

120

Nach Eröffnung der (Gerichts-)Versammlung durch den Bürgermeister:
- Ansprache des Lehrers (S.120f.)
- Ill erklärt, das Urteil anzunehmen (S.123)
- 1. Abstimmung
- Wiederholung des Abstimmungsmodus ("Eidesformel") für die Kameras der Presse und des Fernsehens
- nach dem Verschwinden der Presse: Kollektive Ermordung Alfred Ills (S.129)

  • Lehrer: "Mit unseren Idealen müssen wir nun eben in Gottes Namen Ernst machen, blutigen Ernst." (S.121)

  • Bürgermeister: " Wer reinen Herzens die Gerechtigkeit verwirklichen will, erhebe die Hand." (S.124)

129

Die Presseerklärung der Güllener und die Überreichung des Schecks durch Claire Z., die daraufhin sofort abreist

 

132

Am Bahnhof: Schlussbild (Apotheose)

(Seite) Handlung Anmerkungen

132

Schlusschor der Güllener und Abfahrt Claire Zachanassians

Schlussbild als Apotheose: "Die einst graue Welt hat sich in etwas technisch Blitzblankes, in Reichtum verwandelt, mündet in ein Welt-Happy-End ein." (Nebentext zur Schlussszene, S.131f., Hervorh. d. Verf.)

 

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 29.09.2013

         
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