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Gottfried August Bürger

Der Bauer an seinen durchlauchtigsten Tyrannen

Juli 1775

 
 
 

 

Der Bauer
An seinen Durchlauchtigen Tyrannen
Juli 1775.

  Wer bist du, Fürst, dass ohne Scheu
  Zerrollen mich dein Wagenrad,
  Zerschlagen darf dein Ross?
   
  Wer bist du, Fürst, dass in mein Fleisch
5 Dein Freund, dein Jagdhund, ungebleut
  Darf Klau' und Rachen hau'n?
   
  Wer bist du, dass, durch Saat und Forst
  Das Hurra deiner Jagd mich treibt,
  Entatmet, wie das Wild? -
   
10 Die Saat, so deine Jagd zertritt,
  Was Ross, und Hund, und du verschlingst,
  Das Brot, du Fürst, ist mein.
   
  Du Fürst hast nicht bei Egg' und Pflug,
  Hast nicht den Erntetag durchschwitzt.
15 Mein, mein ist Fleiß und Brot! -
   
  Ha! du wärst Obrigkeit von Gott?
  Gott spendet Segen aus;
  Du nicht von Gott, Tyrann!

 

 
     
    
   Arbeitsanregungen:
  1. Fassen Sie den Inhalt des Gedichts knapp zusammen.

  2. Zeigen Sie, welche Kritik das Gedicht an den Verhältnissen zur Zeit Bürgers übt.
     

 
     
  Lyrische Texte ]  
 

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