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Textfunktion

Funktionale Texttypen

Ernst Ulrich Große (1976)

 
FAChbereich Deutsch
Glossar Linguistik (Sprachwissenschaft)
Rechtschreibung Grammatik / Syntax Semantik Pragmatik Soziolinguistik Textlinguistik Überblick Textbegriff ▪ Syntaktisch-systemlinguistischer Ansatz Pragmatischer Ansatz [ Textfunktion ÜberblickIndikatoren der Textfunktion Funktionale Texttypen (Große 1976) ◄ ▪ Funktionstypen (Heinemann/Viehweger 1991) Textuelle Grundfunktionen (Klaus Brinker ] Textmuster Textsorten Text und Stil Textanalyse Bausteine  Gesprächsanalyse Schreibformen Rhetorik Operatoren im Fach Deutsch
 
 

Analyse der Textfunktion
Analyse der grammatischen und thematischen Textstruktur »

Ernst Ulrich Große (1938-2008) legte seinem »eindimensionalen funktionalen Ansatz zur Textklassifikation in Anlehnung an Bühlers Grundfunktionen der Sprache im Gegensatz zu den späteren »mehrdimensionalen Ansätzen  (z. B. Heinemann/Viehweger 1991, S.145-175) zugrunde, dass sich die von ihm ermittelten acht verschiedenen "Text-Typen" nach kommunikativen Funktionen klassifizieren lassen. (vgl. dazu auch Brinker 92018, S.95ff., Heinemann/Viehweger 1991, S.138f., Heinemann/Heinemann 2002, S.157) Dabei bezieht er sich auf schriftliche deutschsprachige und französische Texte.

Unter ▪ Textfunktion versteht Große (1976, S.68), "die in einem Text encodierte, sich im Text als Kommunikationsinstrument ausprägende Intention, und zwar – und dies ist sehr wichtig – so, wie der Empfänger sie verstehen soll". Die Textfunktion ist damit nicht identisch mit den Absichten des Textproduzenten.

Ob ein konkreter Text zu der einen oder anderen Textklasse bzw. zum einen oder anderen "Text-Typ", wie Große sagt, gehört, hängt für ihn von seiner dominanten Textfunktion ab. Allerdings, so die Kritik, wird ihre Bestimmung auf verschiedene funktionale Kriterien gestützt. (vgl. Heinemann/Viehweger 1991, S.139)

Textklasse

Textfunktion

Beispiele

1.

Sachinformierende Texte

Informationstransfer

Nachricht, wissenschaftliche Texte, Wettervorhersage

2.

Auffordernde Texte

Aufforderung

Anzeigenwerbung, Parteiprogramme, Gesuch, Bittschrift, journalistischer Kommentar

3.

Selbstdarstellende Texte

selbstdarstellende Funktion

Tagebuch, Autobiographie

4.

Kontakt-Texte

Kontakt-Funktion

Glückwunsch, Dankschreiben, Beileidsschreiben

5.

Normative Texte

normative Funktion

Gesetze, Verträge, Satzungen, Vollmachten, beglaubigte Urkunden

6.

Gruppenindizierende Texte

gruppenindizierende Funktion

Gruppenlieder (z. B. Marseillaise)

7.

Poetische Texte

poetische Funktion

Gedicht, Roman, Komödie

8.

Übergangsklasse

Doppelfunktion: normativ und informativ

Gesetze, Texte mit den Funktionen Aufforderung und Informationstransfer

Die Definition der "Übergangsklasse", die wohl auf die "Überlappungen einzelner Funktionen sowie der Ambivalenz des allgemeinen Zuordnungskriteriums 'dominante Funktion'" (Heinemann/Heinemann 2002, S.157) im Sinne größerer Flexibilität bei der Zuordnung von konkreten Texten ermöglichen sollte, macht aber wohl auch deutlich, "dass das eine Basiskriterium nicht zureichend für die Aufstellung einer umfassenden Typologie ist." (ebd.)

Stattdessen geht man in der Textlinguistik inzwischen davon aus, dass die Textklassifikation mehrdimensional erfolgen muss und "dass man bei einer Klassifikation von Texten mit einer einzigen Typologisierungsbasis nicht auskommt." (Adamzik 2008, S.151). Die sogenannte ▪ Mehr-Ebenen-Klassifikation macht dabei deutlich, "das Klassifikationen auf verschiedenen Abstraktionsebenen und unter verschiedenen Kriterien ('Typologisierungsbasen') möglich und sinnvoll sind". (ebd., S.175) . Zudem "(führte) die Erkenntnis, dass sich typische Textstrukturierungsmuster gesellschaftlicher Aufgabenstellungen und Bedürfnissen entsprechend ändern können, (...) dazu, dass eine Texttypologie nicht als grundlegendes zeitloses Modell angesehen wird. Anstelle starrer Systematisierungsversuche gewinnen zunehmend flexible Klassifikationsansätze an Zuspruch." (vgl. Wikipedia)

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Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 17.12.2023

 
 

 
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