Home
Nach oben
Zurück
 

 

Partikeln

Redeleitende Partikeln


Für die Organisation von Gesprächen haben Partikeln eine außerordentlich hohe Bedeutung. Früher hat man diese unveränderliche Wortart zwar für ziemlich nutzlos gehalten und behauptet, dass ihre Vertreter eigentlich keine Bedeutung tragen können. Dies galt natürlich besonders für schriftliche Texte. Erst allmählich und dabei besonders  unter dem Blickwinkel der mündlichen Kommunikation und der Gesprächsanalyse wurde eine andere Bewertung von Partikeln nötig. Unter gesprächsanalytischem Aspekt lassen sich daher von der Funktion her betrachtet zwei Großgruppen unterscheiden: redeleitende Partikeln und Modal- oder Abtönungspartikeln.

Die redeleitenden Partikeln sind für das Zusammenspiel von Sprecher und Hörer in einem Gespräch, insbesondere beim Sprecherwechsel, besonders wichtig.

» Die Rolle der Partikeln im Gespräch 

Unter gesprächsanalytischem Gesichtspunkt erfüllen die redeleitenden Partikeln daher die folgenden Hauptfunktionen:

  • Pausenfüller:
    Wenn jemand spricht, signalisiert er mit Wörtern und Floskeln wie ähm, also, ja, ähn, dazu möchte ich noch sagen ..., dass er fortfahren will und nur eine kleinere Denkpause einlegt. Es kann sich aber auch um einen Reparaturmechanismus zwischen zwei verschiedenen Redebeiträgen handeln, die aufeinander folgen.

  • "Knautschzone" beim Sprechen:
    Beim Sprecherwechsel mit Überlappen wird damit der Informationsverlust zwischen den Redebeiträgen so gering gehalten, dass das Gespräch ohne "thematische Brüche" weitergehen kann.

  • Redeeinleitung:
    Mit Partikeln wie ja, also, ich meine halt, dazu muss ich aber sagen, .. signalisiert man dem bisherigen Sprecher in der Regel, dass man nun selbst das Rederecht wahrnehmen will, auch wenn man mitunter noch gar nicht so genau weiß, was und wie man es sagen möchte.

  • Überbrücken von Gesprächsflauten
    Partikeln eignen sich besonders gut, wenn man am Gespräch teilnehmen will, auch wenn man (noch) nicht viel inhaltlich zu sagen hat. Häufen sich Partikeln dagegen bei allen Sprechern und auf Sprecher- und Hörerseite kann dies ein Zeichen für Ermüdung, aber auch für einen kommenden Themawechsel sein. In der Regel wird dieses Reden um des Redens willen eher akzeptiert, als ein Schweigen, dem immer die Interpretation als Beziehungsstörung anhaftet.

  • Sprechersignal (Kontaktsignal (Sprecher):
    Diese Signale, die im Rahmen der Sprecheraktivitäten gesendet werden, zeigen im Allgemeinen die Einstellung des Sprechers hinsichtlich der weiteren (zeitlichen) Fortdauer seines eigenen Gesprächsbeitrages an.

  • Hörersignal (Kontaktsignal (Hörer)
    Diese Signale gehören zum Hörer-Feedback, also zu jenen Höreraktivitäten während eines Gesprächs. Sie haben meistens eine Aufmerksamkeit bezeugende und eingeschränkt kommentierende Funktion, eine Rolle, die im Allgemeinen stärker den Modal- bzw. Abtönungspartikeln zufällt.
    (vgl. Linke u. a. 1995, S.271)

           
Center-Map ] Überblick ] Merkmale ] Konjunktionen ] Adverb ] Partikeln ] Verknüpfungswörter ]
      

          CC-Lizenz
 

 

Creative Commons Lizenzvertrag Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International License (CC-BY-SA) Dies gilt für alle Inhalte, sofern sie nicht von externen Quellen eingebunden werden oder anderweitig gekennzeichnet sind. Autor: Gert Egle/www.teachsam.de