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Indikativ

Stilistische Probleme


  Wer seine Äußerungen im Indikativ macht, stößt mitunter auf Probleme, die mit dem richtigen Stil zu tun haben. Die acht wichtigsten stilistischen Probleme werden beim Indikativgebrauch werden hier aufgeführt:
  1. ich sage/ich sag:
    In diesem Fall fällt bei der zweiten Form das Endungs-e finiten Verbform (1. Person Singular Präsens Aktiv) weg.

    • meist in bestimmten sprachlichen Varietäten wie Umgangssprache, Mundart, aber auch literarischen Texten

    • Standardsprache mit Endungs-e bei der finiten Verbform

    • kein Apostroph, wenn das Endungs-e in der Schreibform wegfällt
       

  2. du beweist/beweisest - er, ihr beweist/beweiset:
    In der zweiten und dritten Person Singular und in der 2. Person Singular Präsens Aktiv lässt man heutzutage das Endungs-e weg.

    • keinen Apostroph setzen

    • Aber Vorsicht:
      Wenn der Verbstamm auf -d oder -t endet, bleibt das Endungs-e erhalten.

      • du findest - er/ihr findet

      • du gebietest - er/ihr gebietet

      • aber bei Vokalabwandlung: anfechten - du fichtst an [nicht: du fichtest an], ihr fechtet an
         

  3. du wäschst nicht: du wäscht:
    In der Standardsprache ist der umgangssprachliche Wegfall des s nach Formen mit sch nicht zulässig.

    • du wischst (nicht: du wischt)

    • du rutschst (nicht: du rutscht)
       

  4. ich sammele/sammle - ich ändere/ändre:
    Bei Verben mit -eln (z. B. sammeln, fummeln,...) wird in der 1. Person Singular Indikativ und Konjunktiv das e dieser Silbe weggelassen.

    • ich wechsle

    • ich fummle

    • keinen Apostroph setzen
       

  5. ich wandere nicht: ich wandre:
    Bei Verben mit -ern wird das e in der Silbe auch in der ersten Person Singular Präsens beibehalten.
     

  6. wir, sie schreien/schrein - schrieen/schrien:
    In der ersten und dritten Person Plural Indikativ Präsens und Konjunktiv kann das e in der Endung -en nach einem Vokal oder h wegfallen.

    • meist in bestimmten sprachlichen Varietäten wie Umgangssprache, aber auch literarischen Texten, wo aus vers- oder satzrhythmischen Gründen darauf verzichtet wird

    • In der neuen Rechtschreibung  fällt das e in der Endung nach -ie weg:

      • wir (sie) schrein (statt: schreien)

      • wir (sie) fliehn (statt: fliehen

      • wir (sie) knien (statt: knieen)

      • keinen Apostroph setzen
         

  7. du starbst/starbest - ihr starbt/starbet:
    In der 2. Person Singular/Plural Präteritum Aktiv fällt das e in der 2. Person Singular heutzutage im Allgemeinen weg. (vgl. starke Konjugation unregelmäßiger Verben)

    • du trankst, ihr trankt

      Wenn der Verbstamm auf -d oder -t endet, muss aus lautlichen Gründen das e in der 2. Person Plural Präteritum stehen bleiben:

      In der 2. Person Singular Präteritum bleibt das e bei diesen Verben nur in gewählter Sprache erhalten:

      • du fand(e)st

      • du bot(e)st

      • keinen Apostroph setzen

      Bei unregelmäßigen Verben, deren Stamm auf einen Zisch-Laut endet, bleibt das e in der 2. Person Singular Präteritum im Allgemeinen erhalten:

      • du saßest

      • du vergaßest

      • du lasest

      In der 2. Person Plural Präteritum kann es bei diesen Verben auch wegfallen:

      • ihr saß[e]t

      • ihr vergaß[e]t

      • ihr las[e]t

      • keinen Apostroph setzen
         

  8. ich, er lebte/lebt':
    Das Endungs-e in der 1. und 3. Person Singular Präsens Aktiv darf bei regelmäßigen Verben und einer Reihe von unregelmäßigen Verben gewöhnlich nur in dichterischer Sprache wegfallen.

    • Apostroph nur, wenn sonst schwer lesbar oder unverständlich

 (vgl. DUDEN - Richtiges und gutes Deutsch. (1997), S.386-387)

 
     
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