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Den Partner festlegende Sprechakte

Warnung


Mit dem den Partner festlegenden Sprechakt der Warnung will ein Sprecher den Partner von einem Verhalten abbringen. Für den Fall dass dieser die Warnungen des Sprechers nicht befolgt, werden ihm gleichzeitig Sanktionen angedroht
Diese Sanktionen werden aber im Gegensatz zur Drohung nicht von dem Sprecher selbst verhängt und vollzogen.

Beispiele:

  1. Ich warne euch, noch einmal zu lügen.

  2. Warnung vor dem Hunde.

  3. Du solltest davon die Finger lassen. Das ist meine letzte Warnung.

  4. Wenn Sie nicht rechtzeitig Heizöl bestellen, werden Sie mit den dann eintretenden Preissteigerungen leben müssen.

  5. Vorsicht! Spielende Kinder.

  6. Du fährst immer zu nah auf den Vordermann auf.

  7. Ich warne Sie: Wenn Sie diese Äußerung nicht unterlassen, werde ich Sie verklagen.

  8. Du schwafelst ein bisschen viel herum.

  9. Du holst dir bestimmt eine Erkältung.

  10. Zutritt verboten!

Warnungen werden auch mit explizit performativen Äußerungen ausgesprochen, aber es kommt genauso vor, dass nur auf die möglichen Konsequenzen mit Sanktionen hingewiesen wird. Warnungen klingen dabei, wenn sie nur mit Hinweis auf das Verhalten des Partners ausgesprochen werden. mitunter auch wie Vorwürfe oder Aufforderungen.  (Engel 1996, S.53)

»Warnungen werden öffentlich auch als »Warnhinweise zu verschiedenen Sachverhalten ausgesprochen. Ein Beispiel dafür sind die Warnhinweise auf Zigarettenpackungen, die seit dem 1. Oktober 2003 sind in allen Mitgliedstaaten der EU sowie in der Schweiz auf beiden Breitseiten jeder einzelnen Packung angebracht werden müssen. Dabei ist außerdem vorgeschrieben, dass neben allgemeinen Warnhinweisen wie "Rauchen tötet" oder "Rauchen kann tödlich sein" etc. ein ergänzender Warnhinweis aus der folgenden Liste angebracht werden muss:

  • Raucher sterben früher.

  • Rauchen kann tödlich sein.

  • Rauchen lässt Ihre Haut altern.

  • Rauchen verursacht tödlichen Lungenkrebs.

  • Rauchen in der Schwangerschaft schadet Ihrem Kind.

  • Rauch enthält Benzol, Nitrosamine, Formaldehyd und Blausäure.

  • Rauchen kann zu einem langsamen und schmerzhaften Tod führen.

  • Rauchen macht sehr schnell abhängig: Fangen Sie gar nicht erst an!

  • Schützen Sie Kinder – lassen Sie sie nicht Ihren Tabakrauch einatmen!

  • Ihr Arzt oder Apotheker kann Ihnen dabei helfen, das Rauchen aufzugeben.

  • Rauchen kann zu Durchblutungsstörungen führen und verursacht Impotenz.

  • Rauchen kann die Spermatozoen schädigen und schränkt die Fruchtbarkeit ein.

  • Rauchen fügt Ihnen und den Menschen in Ihrer Umgebung erheblichen Schaden zu.

  • Wer das Rauchen aufgibt, verringert das Risiko tödlicher Herz- und Lungenerkrankungen.

  • Rauchen führt zur Verstopfung der Arterien und verursacht Herzinfarkte und Schlaganfälle.

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 29.09.2013

 

 
   Arbeitsanregungen:
  1. Stellen Sie bei der Liste der 10 Beispiele fest, welche der Warnungen Satzform haben und welche nicht. (→Lösungsvorschlag)

  2. Welche der Warnungen werden mit explizit performativen Äußerungen ausgedrückt?

  3. Welche der Warnungen werden mit Konditionalsätzen gebildet?

  4. Welche der Warnungen sind Mischformen mit den Sprechakten der Aufforderung oder des Vorwurfs?

  5. Untersuchen Sie die Warnhinweise auf den Zigarettenverpackungen.

    • In welcher Satzform werden die Warnungen ausgesprochen?

    • Wie beurteilen Sie die Wirksamkeit dieser Warnhinweise?
       

 
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