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Personen festlegende Sprechakte

Versprechen und Ankündigen als Selbstfestlegungen


In der deutschen Sprache gibt es für diesen den Sprecher festlegenden Sprechakt nur den des Versprechens und die Sprechhandlung´, die jemand vollzieht, wenn er ein eigenes Handeln ankündigt. (=Ankündigung einer Sprecherhandlung). (vgl. Engel, 2004/2009, S.42) Wer ein Versprechen gibt, kündigt zwar auch eine Handlung an, geht aber im Unterschied zum reinen Ankündigen davon aus, dass diese Handlung dem Partner auch willkommen ist.

Wenn man etwas verspricht, verpflichtet man sich gegenüber seinem Partner. Versprechen sind verbindlich. Um diese Selbstfestlegungen zu intensivieren, werden sie in der Alltagskommunikation mitunter mit Ehrenwortserklärungen verbunden ("Ich verspreche dir und gebe dir darauf mein Ehrenwort"), eine Methode, die auch schon bei der Kindererziehung vorkommt, wenn von dem einschlägig bekannten "Indianerehrenwort" im Zusammenhang mit der Abgabe von Versprechen die Rede ist.

Beim Versprechen verpflichtet man sich dazu, sich in einer für den Partner in der Regel günstigen Art und Weise zu verhalten.

Meistens werden explizit performative Wendungen benutzt, wie:

  • Ich verspreche, dir künftig immer die Wahrheit zu sagen.

  • Ich sage Ihnen zu:...

Mitunter werden Versprechen aber auch implizit gemacht:

  • Die Snowboardausrüstung gibt es an Weihnachten.

  • Oma wird am Karfreitag zu Besuch kommen.

Verspechen haben einen verbindlichen Charakter. Wer ein Versprechen gibt, verspricht damit in Zukunft etwas Bestimmtes zu tun oder sich in einer bestimmten Art und Weise zu verhalten. Versprechen sind häufige Sprechhandlungen in der menschlichen Interaktion.
Versprechen legt dem Sprecher zwar eine verbindliche Verpflichtung gegenüber einem Partner auf, doch ist eine solche Verpflichtung gewöhnlich auch an Bedingungen geknüpft, die zu seiner Einhaltung erforderlich sind. Sie können, wenn sie sich ändern, neben persönlichen Gründen, auch der Grund sein, weshalb von einmal gegebenen Versprechen wieder abgerückt wird.
Aber nicht immer und überall ist es möglich, ein einmal gegebenes Versprechen ohne weiteres ad acta zu legen. Gewöhnlich muss auch der Partner dazu sein Einverständnis geben und den anderen aus seiner einmal gegebenen Verpflichtung entlassen. Ist dies nicht der Fall, das ist allerdings kulturell und soziokulturell sehr unterschiedlich, kann das Brechen eines Versprechens schnell als unehrenhaft angesehen werden und soziale Sanktionen nach sich ziehen, die über den unmittelbaren Partnerbezug eines Versprechens hinausgehen (z. B. bei gebrochenen Heiratsversprechen). Wenn junge Mädchen in anderen Kulturen oder in kulturell anders geprägten sozialen Gruppen in Deutschland auch heutzutage noch, gegen ihren Willen einem zukünftigen Ehemann "versprochen" werden, dann sieht sich gewöhnlich eine ganze Familie oder gar Sippe daran gebunden. Bricht z. B. das Mädchen das Versprechen, wird u. U. ihre ganze Familie oder Sippe mit drastischen Sanktionen bedroht. Aber auch in Deutschland ist die Zeit des normativ-moralisch fundierten "Verliebt-Verlobt-Verheiratet" mit dem formellen Heiratsversprechen bei der »Verlobung (=»Verlöbnis) nicht aus der Welt und ist "im ersten Titel des Familienrechts also den §§ 1297–1302 »BGB geregelt. Danach handelt es sich bei dem Verlöbnis um einen Vertrag, mit dem sich zwei Personen versprechen, künftig die Ehe miteinander einzugehen, also um ein gegenseitiges Eheversprechen. Das einseitige Eheversprechen, das nur einen Partner bindet, kennt das deutsche Recht nicht." (Wikipedia, 8.6.2012)

Neben dem Alltagstyp des Versprechens gibt es in bestimmten gesellschaftlichen Kontexten auch formellere Akte des Versprechens. Dazu zählen z. B.

  • das »Gelöbnis, das oft mit bestimmten Initiationsriten einhergeht und immaterielle Dinge betrifft

  • der »Eid, soweit er auf zukünftige Handlungen ausgerichtet ist (z. B. »Fahneneid)

  • religiöse Versprechen wie das »Gelübde, das in der Katholischen Kirche z. B. beim Eintritt in eine »Ordensgemeinschaft verlangt wird

 

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 29.09.2013

 
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