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Illokutionsindikatoren

Überblick


  Unsere Sprache hält verschiedene sprachliche bzw. grammatische Mittel bereit, um den Kommunikationspartner die Zuordnung einer konkreten Sprechhandlung zu einem bestimmten Sprechhandlungstyp zu ermöglichen. Diese Mittel werden als Illokutionsindikatoren bezeichnet.

Die Illokutionsindikatoren sind:

Dominanzrelationen zwischen den verschiedenen Illokutionsindikatoren

Die sprachlichen Indikatoren für die Zuordnung einer konkreten Sprechhandlung zu einem bestimmten Sprechhandlungstyp sind beim Vollzug eines Sprechaktes nicht gleich wichtig. Sie stehen häufig in festen Dominanzrelationen zueinander. Manche Partikeln z. B. haben für die kommunikative Funktion einer sprachlichen Äußerung größeres Gewicht als der Satztyp, der dabei verwendet wird. (vgl. Brinker 1997, S.90f.)

Beispiele:

Sprechhandlung/ Äußerung  
Mach die Tür zu! Aufforderungssatz; Sprechhandlungstyp "Befehlen" wird durch die Verwendung des Imperativ angezeigt
Komm doch mal pünktlich nach Hause! Partikeln doch und mal schwächen die Handlungsbedeutung des Aufforderungssatzes/Imperativ vom Befehl auf den Sprechhandlungstyp "Bitte" ab.
Sollen wir mit dem Rad fahren? Spitzenstellung des Verbs signalisiert den Sprechhandlungstyp "Fragen".
Kannst du denn nicht den Mund halten? Die Partikeln denn und nicht machen den Fragesatz zu einer Sprechhandlung "Auffordern" und erweisen sich diesem gegenüber als dominant.

Die Bedeutung von Kontextindikatoren

Da nicht jede sprachliche Handlung in einem Handlungs- bzw. Situationskontext steht, können häufig nur die so genannten Kontextindikatoren Aufschluss über die jeweilige Illokution geben. Zu diesen Kontextindikatoren zählen u. a. das jeweilige Rollenverhältnis der Kommunikationspartner, der institutionelle Rahmen oder das Hintergrundwissen der Beteiligten. Solche Kontextindikatoren besitzen ein solches Gewicht, dass sie sich gegenüber sprachlichen Indikatoren dominant verhalten.

Wenn ein Lehrer zu seinem Schüler, der häufig zu spät kommt, beim erneuten Zuspätkommen sagt: Gut, dass du heute auch kommst, dann ist darin wohl kaum ein Ausdruck von Freude, sondern eine Ermahnung zu sehen.

 
      

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