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Illokutionsakt

Überblick

 

  Der Illokutionsakt oder illokutionäre Akt ist einer der vier Teilakte, die während eines Sprechaktes gleichzeitig ablaufen. Der Illokutionsakt bezeichnet den Sprechhandlungstyp (z. B. "Versprechen", "Ratschlag", "Versicherung", "Dank" etc.) Der Sprechhandlungstyp stellt demnach keine einzelne konkrete Sprechhandlung dar, sondern diese wird als Realisierung von jenem aufgefasst und beschrieben. Wenn z. B. jemand etwas versprechen will, kann der Sprechhandlungstyp des Versprechens auf ganz verschiedene Art und Weise ausgedrückt werden:

Da sprachliche Handlungen innerhalb einer sprachlichen Gemeinschaft nach Regeln vollzogen werden, "die die einzelnen Sprachteilhaber jeweils in ihrem Sozialisationsprozess mehr oder weniger vollkommen erlernt haben", besitzen die Kommunikationspartner im Allgemeinen auch "ein gemeinsames Wissen darüber, unter welchen Bedingungen und nach welchen Regeln bestimmte sprachliche Handlungen in Kommunikationssituationen ausgeführt werden können." (Brinker 1997, S.86) Das Vorhandensein solcher Regeln ist die Voraussetzung dafür, dass ein Rezipient einer sprachlichen Äußerung überhaupt herausfinden kann, wie er die vom Sender gesendete Äußerung verstehen soll. Dabei ist allerdings nicht unmittelbar gemeint, dass man als Rezipient auch die "wahre" Absicht des Sprechers kennt. Allerdings gehen wir bei der Kommunikation, sofern uns ein bestimmter Grund nicht Anlass zu Misstrauen gibt, im Allgemeinen von wechselseitiger Aufrichtigkeit aus. Darunter versteht man also die Übereinstimmung der in der Sprechhandlung mit konventionellen Regeln ausgedrückten Intention und der tatsächlichen bzw. "wahren" Absicht.

Damit eine Äußerung also "richtig" verstanden werden kann, werden in unserer Sprache eine ganze Reihe von Mitteln sprachlicher und grammatischer Natur verwendet. Sie zeigen den Typ der jeweiligen sprachlichen Handlung an und werden Illokutionsindikatoren genannt.

Sätze in Texten meist ohne unmittelbare Handlungsqualität

In der linguistischen Textanalyse geht man im Allgemeinen davon aus, dass Sätze "zumeist keine unmittelbare Handlungsqualität" besitzen, da "sie in die Ganzheit 'Text' integriert" sind. Nach Brinker (1997, S. 94) erfüllen sie "vielmehr bestimmte textinterne Funktionen, vor allem im Hinblick auf den thematischen Aufbau des Textes (Begründungs-, Spezifizierungsfunktion usw.). Der Handlungscharakter kommt dem Text als Ganzem zu und wird durch die Textfunktion bezeichnet."

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 29.09.2013

 
      

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