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Arten von Gesten

Redegesten


 

Redegesten, die beim Sprechen eingesetzt werden, gehören in der Alltagskommunikation zu den Ausdrucksgesten. Sie können aber auch anderen Arten von Gesten untergeordnet sein, wenn beispielsweise ein Tier nachgeahmt wird oder wenn ein Schauspieler eine bestimmte Figur mit Leben erfüllt (vgl. Simulierte Dramaturgie und Inszenierung)
In der Rhetorik der Rede sind » Redegesten besonders wichtig. Allerdings wird der Begriff in diesem Zusammenhang meist als Sammelbegriff für das gesamte mimisch-gestische Verhalten verwendet, das ein Redner bei seiner Rede zeigt.

Redegesten, die kulturell sehr unterschiedlich ausgeprägt sind, erfüllen u. a. die folgenden Funktionen:

  1. Sie verdeutlichen die Bedeutung des Gesagten (monosemieren) und die Strukturen der Rede, wenn z.B. einzelne Punkte aufgezählt werden oder "in Anführungszeichen" gesprochen wird.

  2. Sie betonen Gesagtes.

  3. Sie rhythmisieren den Redefluss wie ein Taktstock ("Taktstocksignale").

  4. Sie weisen auf etwas hin (z.B. in eine bestimmte Ecke des Zuhörerkreises: "Sie da hinten!")

  5. Sie bringen Ablehnung, Zweifel u. ä. zum Ausdruck (z.B. Ja/Nein-Gesten, Kopfnicken)

  6. Sie dienen zur Kontrolle der Gesprächsabfolge und zur Organisierung des Sprecherwechsels durch Fremd- oder Selbstwahl (z.B. Man meldet sich mit dem erhobenen Finger zu Wort, "gibt" das Wort weiter an einen anderen Sprecher)

Grundsätzlich gilt: Gesten begleiten das Sprechen und sind dabei dem Wort meistens so weit voraus, dass sie quasi als körperliches Voraussignal einer verbalen Äußerung fungieren können. Diese Vorausreaktion durch Gesten kann man in der alltäglichen Kommunikation, insbesondere bei einer Wechselrede mit gegenseitigen Unterbrechungen, gut beobachten. Meist geht der Unterbrechung eine zustimmende oder ablehnende Geste voraus, mit der derjenige, der zu Wort kommen will, die Aufmerksamkeit darauf lenken, seinen Anspruch dokumentieren und sich somit "ins Gespräch bringen" oder "zu Wort melden" will.

(vgl. Margarete Payer (2000), http://www.payer.de/kommkulturen/kultur042.htm, 17.6.02)

Neben den Redegesten können ergänzend oder an deren Stelle auch paraverbale (paralinguistische) Signale eingesetzt werden, denn häufig wird erst durch die  Art und Weise, wie etwas gesagt wird, erst richtig klar, was gemeint ist. "Zum Teil wird eine Aussage erst durch einen bestimmten Tonfall eindeutig oder verständlich. Dieser Effekt wird besonders bei der Interpretation einzelner Partikeln oder bestimmter Hörersignale deutlich: Ob ein jaja ein bloßes Aufmerksamkeitssignal oder eine explizite Zustimmung ist, lässt sich nur am Tonfall festmachen und auch "ein hm ist noch lange kein hm" (Wahmhoff/Menzel 1979)." (Linke u. a. 1994, S.275)

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 29.09.2013

 
      
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