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Arten von Gesten

Überblick


 

Bei der visuellen Kommunikation kann man nach Desmond Morris (1977/2001) zwei verschiedene Arten von Gesten unterscheiden:

Beiläufige Gesten sind Handlungen, deren Aussage bzw. Aussagekraft unbeabsichtigt ist (z.B. sich kratzen, husten, gähnen, Glieder strecken, sitzen, hocken, stehen, liegen, essen usw.) Allerdings können diese Gesten einem Beobachter Informationen über unsere Stimmung und unser Befinden geben.
Wer solche beiläufigen Gesten bewusst einsetzt, und z.B. während des Unterrichts oder einer Vorlesung demonstrativ gähnt, macht sie dadurch zu primären Gesten. Eine solche Geste nennt man dann stilisierte beiläufige Geste. Wo beiläufige Gesten angebracht sind, bestimmt die Kultur selbst, in der sie verwendet wird. Die jeweilige Kultur regelt also, wo und wann man z.B. rülpsen, furzen oder gähnen darf.

Primäre Gesten sind nonverbale Handlungen, die allein zur Kommunikation eingesetzt werden. Sie lassen sich wie folgt einteilen:

1.     Ausdrucksgesten: Signale des Gesichtsausdrucks und der Hände (=Gestikulation)

2.     Mimische Gesten: Gesten, mit denen eine andere Person, ein Tier, eine Handlung oder ein Objekt nachgeahmt werden

2.1. Soziale Mimikry: Um einem anderen einen Gefallen zu tun, verstellt man sich und lacht z.B. über einen unsäglichen Witz.

2.2. Theater-Mimikry von Schauspielern

2.3. Teil-Mimikry: Es wird es zu imitieren versucht, was "eigentlich" nicht geht, z.B. Imitation eines Vogels mit flatternden Bewegungen

2.4. Schematische Gesten: Kurzformen von Gesten, die etwas imitieren, häufig als pars pro toto z.B. Geste für Hörner, um einen Stier zu bezeichnen; meist sehr kulturabhängig.

2.5. Symbolische Gesten: Handlungen, die abstrakte "Gegenstände", z.B. Stimmungen und Gedanken ausdrücken (z.B. Zeichen für "Du spinnst" u. ä.)

2.6. Technische Gesten: Gesten, die von speziellen sozialen Gruppen verwendet werden (Polizei bei der Verkehrsregelung, Flugplatzlotsen usw.)

2.7. Kodierte Gesten: Gestische Elemente formaler Signalsysteme, die als Schnittstelle zu den "echten" Sprachen fungieren (z.B. Handzeichen für Zahlen, Buchstaben, Flaggensprache von Seeleuten, Gebärdensprache von Taubstummen)

(vgl. Margarete Payer (2000), http://www.payer.de/kommkulturen/kultur042.htm, 17.6.02)

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 01.08.2017

 
      
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