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Aufbau eines Transkripts

Überblick

 
 
  Das Standardtranskript des Gesprächsanalytischen Transkriptionssystem (GAT) besteht aus den beiden Teilen »Transkriptionskopf und »Gesprächstranskript.

Der Transkriptionskopf

Der »Transkriptionskopf enthält wesentliche Angaben über die Beteiligten des Gesprächs, ihre Beziehung zueinander, Art, Ort und Zeit der Aufnahme. Er antwortet damit auf folgende Fragen:

  • Woher stammt die Aufnahme?
  • Gehört sie zu einem bestimmten Projekt?
  • Ist sie Teil eines bestimmten größeren Korpus?

  • Wann und wo ist die Aufnahme entstanden?
  • Wie lange dauert die Aufnahme?
  • Wer hat die Aufnahme gemacht?
  • Wer hat das Transkript angefertigt?

  • In welcher Situation findet das Gespräch statt?
  • Um welche Art von Gespräch handelt es sich? (z. B. Interview, informelles Gespräch, Telefongespräch, Radio-Anrufsendung etc.)

  • In welcher Beziehung stehen die Beteiligten zueinander?
  • Welche Rollen spielen sie im Gespräch?
  • Handelt es sich um ein gleichberechtigtes Gespräch oder hat oder beansprucht einer der Teilnehmer auf Grund institutionellen oder organisatorischen, seiner funktionalen oder sozialen Rolle eine Bevorrechtigung, die sich im Gespräch niederschlägt?

  • Welche für das Gespräch relevanten Charaktereigenschaften kennzeichnen die anonymisierten Gesprächsteilnehmer? (z. B. Geschlecht, geschätztes oder erfragtes Alter, Beruf; u. U.  Herkunft, Dialektalisierungsgrad, aber auch durchgängige Kennzeichen wie ein besonders schnelles Sprechtempo und eine extrem hohe Stimme etc.)

  • Worum geht es inhaltlich und thematisch im Gespräch?
  • Welche inhaltlichen oder thematischen Gesichtspunkte werden angesprochen?
  • Welche inhaltlichen Gesichtspunkte sind dabei besonders wichtig?

  • Ist die Transkription abgeschlossen oder wird sie noch weiter ergänzt? 

Das Gesprächstranskript

Das eigentliche »Gesprächstranskript umfasst, je nachdem wie differenziert es ausfallen soll (Basistranskript oder Feintranskript), mehr oder weniger Merkmale der gesprochenen Sprache (phonetische und morphophonemische Merkmale), die nach den GAT-spezifischen Transkriptionskonventionen verschriftlicht werden (Notation). (vgl. Basistranskript).

Die allgemeinen GAT-Trankriptionsprinzipien und -kriterien stellen dabei die Grundlage der Form und der Notation dar. Die erweiterte Textnotation, die im GAT statt der von K. Ehlich und J. Rehbein (1976) bevorzugten Partiturnotation (Halbinterpretative Arbeitstranskription, Abk.. HIAT) Verwendung findet, hat dabei u. a. den Vorteil plattformübergreifend anwendbar und in jeder modernen Textverarbeitung umsetzbar zu sein und darüber hinaus auch für die Dokumentbeschreibungssprache Hypertext Markup Langue (HTML) im Internet und World Wide Web (WWW)  tauglich zu sein.

 

Gesprächsanalytisches Modell (GAT) pdf-Dokument (= Online-Version des Artikels "Gesprächsanalytische Transkriptionssysteme" aus den Linguistischen Berichten 173, 1998, S. 91-122)

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 27.08.2016

 
      
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