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Erwartungshorizonte und Bewertungskriterien

Bewertungskriterien für den Textvergleich

Analyse pragmatischer Texte

 
BILDUNGSSTANDARDS
● Glossar Überblick Arten von Bildungsstandards KMK-Bildungsstandards ▪ Überblick KMK-Bildungsstandards Deutsch Überblick
BISTA-AHR-D 2012 Überblick Abiturprüfung Kompetenzbereiche Anforderungsbereiche AufgabenartenÜberblick Textbezogenes SchreibenÜberblick Interpretation literarischer Texte ● Analyse pragmatischer Texte Überblick [ Erwartungshorizonte und Bewertungskriterien bei der Beurteilung ÜberblickErklärend-argumentierendes Schreiben und sprachlich-stilistische Gestaltung Bewertungskriterien für den Textvergleich ▪ Illustrierende Prüfungsaufgaben  ] Illustrierende Lernaufgaben Erörterung literarischer Texte Erörterung pragmatischer TexteMaterialgestütztes SchreibenKMK-Operatorenkatalog Bewertungskriterien für die schriftliche Abiturprüfung BISTA-MS-D 2003 BISTA-HS-D 2004 Kompetenzorientierter Unterricht Allgemeine Didaktik Fachdidaktiken Spezielle Didaktiken
 

Kompetenzbereich Schreiben (BISTA–AHR–D 2012)
Standards
Kompetenzbereich: Sich mit Texten und Medien auseinandersetzen (BISTA-AHR-D 2012
Überblick
Sich mit pragmatischen Texten auseinandersetzen
Sich mit literarischen Texten auseinandersetzen
Liste der Bildungsstandards "Sich mit pragmatischen Texten auseinandersetzen" mit Textmarken zur Verlinkung
Anforderungsbereiche

Sachtexte analysieren
Didaktische und methodische Aspekte »
Überblick
Kontinuierliche Sachtexte analysieren »
Vergleichende Analyse kontinuierlicher Sachtexte
Überblick

Den ▪ KMK-Bildungsstandards für die Allgemeine Hochschulreife für das Fach Deutsch (2012) BISTA-AHR-D 2012, S.28ff.) sind zur Illustration der Aufgabenarten bei der ▪ Analyse pragmatischer Texte vier verschiedene Aufgaben beigefügt.

Die Beurteilung und Benotung von Schreibaufgaben zur ▪ Analyse pragmatischer Texte erfolgt – bezogen auf die Anforderungen, die für das schriftliche Abitur im Fach Deutsch gestellt sind – auf der Grundlage einer kriteriengeleiteten, ▪ prüfend-bewertenden Beurteilung.

Dabei haben die ▪ allgemeinen Kriterien für die Beurteilung schriftlicher Leistungen im Deutschabitur, besonders beim ▪ textbezogenen Schreiben, besonderes Gewicht und sind bei jeder ▪ Aufgabenart im schriftlichen Abitur zu berücksichtigen. Sie beziehen sich dabei auf allgemeine ▪ Textqualitäten, wie sie auch in der ▪ Schreibdidaktik entwickelt worden sind.

Vergleichende Analyse pragmatischer Texte

Die ▪ mehrteiligen Aufgabenstellungen zur vergleichenden ▪ Analyse pragmatischer Texte können, selbst wenn sie ansonsten gelenkte offene Aufgaben sind mit oder ohne eine Vorgabe zur Vorgehensweise gestellt sein. Sie bestehen bei allen ▪ Aufgabenarten im schriftlichen Abitur "aus wenigen Arbeitsanweisungen, um Kleinschrittigkeit zu vermeiden." BISTA-AHR-D 2012, S.26) Zugleich müssen die Teilaufgaben "ein sinnvolles zusammenhängendes Ganzes ergeben und in der Bearbeitung einen komplexen Gesamtzusammenhang eröffnen." (»ebd., S.24)

Gewöhnlich werden dabei geeignete ▪ Operatoren verwendet, vor allem der Operator ▪ "Analysieren" als ▪  übergeordneter Operator für die Gesamtaufgabe oder als konkreter Operator für einen einzelnen Arbeitsauftrag. Dieser Operator wird gewöhnlich für die Teilaufgabe verwendet, auf der der Schwerpunkt der Gesamtaufgabe liegt.

Die Aufforderung mit dem Operator "Vergleichen" bringt gewöhnlich den Vergleichstext in der zweiten Teilaufgabe, oft mit genaueren Anweisungen (▪ Relevanzinstruktionen) ins Spiel, wie z. B. bei der nachfolgenden Aufgabe, die als ▪ illustrierende Prüfungsaufgabe den ▪ KMK-Bildungsstandards (2012) beigefügt ist.

"Analysieren Sie die Rezension von Tobias Rüther (Textvorlage 1) zu Franka Potentes Erzählband „Zehn“ (2010) in einem strukturierten zusammenhängenden Text. Nutzen Sie zur Vertiefung Ihrer Analyse auch die zweite Ihnen vorliegende Rezension (Textvorlage 2), indem Sie diese vergleichend heranziehen. (»BISTA-AHR-D 2012,S.70)

Die in der folgenden Tabelle aufgeführten sechs Aufgabenarten stellen Grundmuster dar, die miteinander kombinierbar sind. Bei Mischformen ist grundsätzlich darauf zu achten, dass für Schülerinnen und Schüler in der Aufgabenstellung erkennbar ist, welche der genannten Schreibformen den Schwerpunkt bildet. Grundsätzlich müssen alle Teilaufgaben ein sinnvolles zusammenhängendes Ganzes ergeben und in der Bearbeitung einen komplexen Gesamtzusammenhang eröffnen. (S.24)

 

 

 

Bei der Textanalyse ist die Analyse der sprachlichen Mittel besonders wichtig. Dabei müssen jedoch nicht lückenlos alle derartigen Mittel erfasst werden. Was besonders auffällig ist oder etwas besonders kennzeichnet, muss erkannt, erläutert und im Funktionszusammenhang von Form, Inhalt und Aussage beschrieben werden.

Die Strukturierung des Vergleichs

Um den Textvergleich durchzuführen, können die Schülerinnen und Schüler unterschiedliche ▪ Bearbeitungsstrategien wählen, die damit auch die Organisation ihres ▪ Schreibprozess strukturieren. Im Allgemeinen empfiehlt sich wohl am ehesten eine textstrukturierende Bearbeitungsstrategie (systematisch, den  Text gliedernd), die dabei schon den Fokus auf Vergleichspunkte richten kann.

Als ▪ Schreibstrategie kämen dazu wohl am ehesten ▪ planendes Schreiben oder ▪ Schritt für-Schritt-Schreiben in Betracht, um ggf. auftretenden ▪ Schreibschwierigkeiten und Schreibblockaden entgegenzuwirken.

Grundsätzlich gesehen können die Schülerinnen und Schüler bei ihrer Strukturierung des Textvergleichs zwischen zwei verschiedenen Varianten wählen.

Sie können

  • beide Texte nacheinander erschließen und analysieren und im Anschluss daran miteinander vergleichen (Blockprinzip)

  • die vergleichende Betrachtung direkt mit der Analyse des Textes verbinden, auf dem der Schwerpunkt der gesamten Aufgabe liegt (Reißverschlussprinzip). Allerdings müssen dabei schon vorher entsprechende Vergleichskriterien vorgegeben sein oder geeignete Kriterien im Rahmen der Bewältigung der Schreibaufgabe selbst entwickelt werden

Durchführung des Vergleichs

Wie der Vergleich im Einzelnen durchzuführen ist, hängt natürlich davon ab, um was für eine Textart bzw. ▪ Textsorte es sich handelt, worin die dominierende ▪ Textfunktion des Textes bzw. der Texte besteht, wie sie ihr Thema entfalten (argumentative – , deskriptive –, explikative – oder narrative Themenentfaltung) und in welchen ▪ Kommunikationsbezügen die Texte stehen.

In den allermeisten Fällen werden wohl Texte miteinander verglichen, die ihr ▪ Thema vorwiegend ▪ argumentativ entfalten.

Erwartet wird in einem solchen Fall ein zusammenhängender, in sich plausibel strukturierter Text, der die beiden Texte auf der Grundlage aussagekräftiger Textbelege miteinander vergleicht.

Dabei informiert er über

  • Argumente und Argumentationsstrukturen einschließlich expliziter und impliziter Prämissen und wie diese sprachlich umgesetzt werden

  • Bewertungshandlungen

  • sprachlich-stilistische Gestaltung in ihrer Funktionalität

  • Adressatenbezüge und wie diese sprachlich umgesetzt werden

Die Schülerinnen und Schüler informieren in ihrer vergleichenden Analyse der beiden Rezensionen strukturiert und auf der Basis von aussagekräftigen Textbelegen über diese Aspekte. In die Analyse der Argumentationsstruktur und der Bewertungshandlungen sollen auch sprachliche Beobachtungen z. B. zum Satzbau oder rhetorischen Mitteln und deren Klassifizierung (z. B. Metaphern) einfließen. Allerdings kommt es dabei immer darauf an, dass diese in einen Funktionszusammenhang gestellt werden und vor allem " funktional auf das Ziel der Untersuchung bezogen werden. Die Schülerinnen und Schüler sollen nachweisen, wie Form und Inhalt konkret zusammenhängen." (»BISTA-AHR-D 2012, S.74)

Bewertungshandlungen, wie sie die KMK-Bildungsstandards bezeichnen, "entsprechen in ihrer Struktur Argumentationen" ebd.) Dabei wird betont, dass es sich um Äußerungen handelt, die mit einer Wertung verbunden sind.  Handelt es sich bei der Analyse eines Textes z. B, um eine Rezension eines anderen Textes wie dies bei der ▪ illustrierenden Prüfungsaufgabe der Fall ist, dann geht es dabei z. B. um Beobachtungen des Rezensenten bzw. der Rezensentin am Text, die mit einer Wertung versehen ist. (vgl. »ebd.)

Dabei wird weiter betont, dass solche Wertungen oft nicht explizit gemacht werden, sondern implizit in die Äußerungen einfließen bzw. ihnen zugrunde liegen.


Der wichtigste Teil der Analyse ist dabei die genaue Auseinandersetzung mit den in den Rezensionen enthaltenen Bewertungshandlungen. Diese Handlungen entsprechen in ihrer Struktur Argumentationen. Es wird jeweils eine Beob- achtung am Text gemacht und mit einer Wertung versehen. Diese Wertung findet dadurch statt, dass (meist implizite) Auffassungen des Rezensenten über Literatur und deren Qualität einfließen. Die impliziten und expliziten Prämissen der Argumentation deutlich herauszuarbeiten, ist ein wesentlicher Teil der Analyse. Diese Anforderung ist wegen ihrer Implizitheit keineswegs trivial. (S.74)

 

 

 

bei Mischformen der Aufgabenarten, wenn z. B. die Textanalyse mit einem ergänzenden Erörterungsauftrag wird in der Aufgabenstellung angegeben, auf welcher Schreibform der Schwerpunkt liegt. BISTA-AHR-D 2012, S.24) (▪ Beispiel)

 

Strukturierung des Vergleichs
Bei der Durchführung der vergleichenden Untersuchung ist keine spezifische Vorgehensweise vorgegeben. Allerdings muss gewährleistet sein, dass der Schwerpunkt der Analyse eindeutig auf der Auseinandersetzung mit dem Text von Rüther liegt.

Dabei können die Schülerinnen und Schüler
N entweder die beiden Texte nacheinander in Gänze analysieren und anschließend vergleichen
N die vergleichende Betrachtung direkt mit der Analyse der Rezension von Rüther verbinden N von vornherein kriterienorientiert vorgehen
Durchführung des Vergleichs
Die Schülerinnen und Schüler informieren in ihrer vergleichenden Analyse der beiden Rezensionen strukturiert und auf der Basis von aussagekräftigen Textbelegen über
N Argumente und Argumentationsstrukturen
N Bewertungshandlungen
N sprachlich-stilistische Gestaltung in ihrer Funktionalität N Adressatenbezüge

 

Zwei davon davon sind illustrierende Prüfungsaufgaben, die anderen beiden illustrierende Lernaufgaben.

Als ▪ Leistungsaufgaben zeichnen sie sich die illustrierenden Prüfungsaufgaben durch bestimmte ▪ Merkmale aus. Dazu zählt z. B. dass sie

  • in einem individuellen, produktorientierten Schreibprozess bewältigt werden

  • die individuelle Lernentwicklung überprüfen

  • überprüfen, inwieweit Kompetenzen, Fähigkeiten und Fertigkeiten in einem individuellen Lernprozess erreicht werden

  • den Transfer der erworbenen Fähigkeiten und des neu erworbenen Wissens in einen neuen Kontext verlangen

  • in der Regel einer zuvor erprobten Schreibstrategie folgen

  • ihr jeweiliges Anspruchsniveau transparent machen

  • mit geeigneten Operatoren das Schreibziel operationalisieren

  • dem Gegenstand, dem Schreibziel und dem Textmuster gemäße Schreib- bzw. Arbeitsaufträge konzipieren

(vgl. http://www.lehr-lern-modell.de/aufgabenstellungen, vgl. Jost/Knopp (o.J.),

Im Kontext der ▪ KMK-Bildungsstandards (2012) sollen die illustrierenden Prüfungsaufgaben vor allem verdeutlichen "wie Prüfungsaufgaben zum Erwerb der Allgemeinen Hochschulreife im Fach Deutsch konzipiert sein könnten".

Sie bestehen aus einer "differenzierte(n) Aufgabenbeschreibung, eine(m) umfassenden Erwartungshorizont sowie Bewertungskriterien für die Notenstufen 'gut' (11 Punkte) und 'ausreichend' (05 Punkte)."

Es handelt sich ihrem Aufgabenformat nach um offene Aufgaben und um produktorientiertes Schreiben.

Konkrete Aufgabengestaltung ist Ländersache

Grundsätzlich sollen die illustrierenden Prüfungsaufgaben nicht "als Prototypen für die Entwicklung von Prüfungsaufgaben in den Ländern dienen" und den Bundesländern auch nicht vorschreiben, dass schriftliche Prüfungsaufgaben nur so konzipiert sein dürfen. Sie "sollen lediglich einen ersten Eindruck davon vermitteln, wie die in den Bildungsstandards formulierten Anforderungen im Abitur geprüft werden könnten." BISTA-AHR-D 2012, S.7)

Die Bundesländer können die Prüfungsaufgaben ihren jeweils entsprechenden, aber in manchem unterschiedlichen Aufgaben und Aufgabentraditionen anpassen und machen auch in der Praxis davon Gebrauch, indem sie auf dieser Grundlage weitere Abiturprüfungsaufgaben entwickeln.

Dies betrifft z. B. auch die landesunterschiedlichen Regelungen für die den Schülerinnen und Schülern auf dem ▪ grundlegenden und ▪ erhöhtem Anforderungsniveau vorgegebene Bearbeitungszeit (grundlegendes Niveau zwischen 180 und 240 Minuten; erhöhtes Niveau zwischen 240 und 300 Minuten, ungeachtet einer möglichen Zeitzugabe für die Aufgabenauswahl).

Ob eine Aufgabe dem ▪ grundlegenden oder dem ▪ erhöhten Niveau zugeordnet wird, hängt davon zum einen davon ab, wie komplex die Textvorlagen und Materialien sind, die bearbeitet werden sollen, und davon wie umfassend die Voraussetzungen sind, die ein Schüler bzw. eine Schülerin mitbringen muss, um sie bewältigen zu können. Zum anderen ist der Schwierigkeitsgrad der Aufgabenstellungen zu berücksichtigen.

Kompetenzbezug und Lösungserwartungen

Konkrete schriftliche Prüfungsaufgaben zur ▪ Analyse pragmatischer Texte im schriftlichen Abitur können sich auf Kompetenzen aus vier Kompetenzbereichen beziehen: "Sich mit Texten und Medien auseinandersetzen" (Teilbereich "Sich mit pragmatischen Texten auseinandersetzen“) (1), "Sprache und Sprachgebrauch reflektieren" (2) sowie "Schreiben" (3) und "Lesen" (4).

Die illustrierenden Prüfungsaufgaben werden dabei mit ihrem jeweiligen Bezug auf die KMK-Bildungsstandards Deutsch (Standardbezug) detailliert vorgestellt.

Dazu kommen umfangreiche Hinweise zur Aufgabe, die auf die ▪  Anforderungsbereiche eingehen und die Gewichtung der Teilaufgaben präzisieren.

Darüber hinaus wird auf weitere Kompetenzen und Fähigkeiten verwiesen, die als weitere Voraussetzungen zur Bewältigung der Schreibaufgabe angesehen werden. Dazu zählt die "die erforderliche Beherrschung der Methoden der Textanalyse und -interpretation und die Fähigkeit, gewonnene Untersuchungsergebnisse aufgabenadäquat, konzeptgeleitet, sprachlich variabel und stilistisch stimmig darzustellen".

Vorausgesetzt werden Erfahrungen und Kenntnisse im Umgang mit der Erschließung und Analyse von vielschichtigen und voraussetzungsreichen, aber auch wissenschaftsnahen und berufsbezogenen Texten, die auch aus unterschiedlichen Domänen stammen können (vgl. »BISTA-AHR-D 2012, S.19)

Wichtig ist aber auch entsprechendes Vorwissen über ▪ Argumentationsstrukturen, ▪ Wirkungsbereiche und Wirkungsakzenterhetorischer Mittel und das entsprechende Weltwissen, um das Thema des Textes zu verstehen und einordnen zu können.

Die Lösungserwartungen für Schreibaufgaben zur ▪ Analyse pragmatischer Texte werden im ▪ Erwartungshorizont für den Text, der untersucht werden soll, konkret beschrieben.

Den Abschluss bilden die Hinweise zur Bewertung der Gesamtleistung im Zuge einer prüfend-bewertenden Beurteilung durch die Lehrkräfte, die für die Stufen "gut" (11 Punkte und "ausreichend" (5 Punkte) für Inhalt und Darstellung bei der Bewältigung der Schreibaufgabe verdeutlicht werden.

Beispiele illustrierender Prüfungsaufgaben in den KMK-Bildungsstandards (2012)

Die ▪ KMK-Bildungsstandards für die Allgemeine Hochschulreife für das Fach Deutsch (2012) BISTA-AHR-D 2012, S.28ff.) enthalten zwei Beispiele für Prüfungsaufgaben (Leistungsaufgaben). die die Aufgabenart der ▪ Analyse pragmatischer Texte verdeutlichen sollen.

Ihrem ▪ Aufgabenformat nach handelt es sich dabei um ▪ offene Aufgaben, ▪ produktorientiert und mit ▪ Relevanzinstruktionen gelenkt, die Hinweise und Vorgaben zum methodischen Vorgehen machen oder inhaltliche, konzept- oder hypothesengeleitete Vorgaben machen.

Beide Aufgaben beziehen sich auf Kompetenzen aus den ▪ Kompetenzbereichen  "Sich mit Texten und Medien auseinandersetzen" (Teilbereich ▪"Sich mit pragmatischen Texten auseinandersetzen"), ▪"Schreiben" und ▪ "Lesen".

Dabei ist bei den Aufgabenstellungen allgemein zu beachten, dass auch andere relevante Analyseaspekte eigenständig zu ermitteln und zu berücksichtigen sind, wenn sie nicht ausdrücklich in der Aufgabenstellung vorgegeben sind. (vgl. »BISTA-AHR-D 2012, S.25)

  • Illustrierende Prüfungsaufgabe 1 mit dem Titel "Franka Potentes Zehn"
     
    Vergleichende Analyse zweier Sachtexte: Rezension von Tobias Rüther zu Franka Potentes Erzählband "Zehn“ aus der FAZ (Schwerpunkt)" (FAZ 13.8.2010) und einer Rezension von Friederike Krempin in einem Blog" (10.2.2012) (Vergleichstext) (»BISTA-AHR-D 2012, S.68). »Franka Potentes (geb. 1974 ) Erzählband Zehn enthält zehn Kurzgeschichten aus dem japanischen Alltagsleben. (https://www.perlentaucher.de/buch/franka-potente/zehn.html)

    Die Aufgabe lautet:

"Analysieren Sie die Rezension von Tobias Rüther (Textvorlage 1) zu Franka Potentes Erzählband »Zehn« (2010) in einem strukturierten zusammenhängenden Text. Nutzen Sie zur Vertiefung Ihrer Analyse auch die zweite Ihnen vorliegende Rezension (Textvorlage 2), indem Sie diese vergleichend heranziehen. Berücksichtigen Sie dabei die beiden folgenden Teilaufgaben:

[01]
Untersuchen Sie die Argumentation, indem Sie die Inhalte sowie die sprachliche Gestaltung analysieren und auf den möglichen Adressatenkreis und die angestrebte Wirkung beziehen.

[02]
Literaturkritiker haben allgemeine Erwartungen an Literatur, die sie manchmal direkt ausdrücken, manchmal nur in- direkt in ihre Bewertungen einfließen lassen. Analysieren Sie, welche Erwartungen an Literatur den vorliegenden Ur- teilen über Potentes Werk zugrunde liegen und wie diese sprachlich – explizit oder implizit – zum Ausdruck gebracht werden.

  • Illustrierende Prüfungsaufgabe 2 mit dem Titel : "Warum das Telefongespräch verschwindet"

    Die Aufgabe mit dem Titel "Warum das Telefongespräch verschwindet" verbindet die Analyse eines gleichnamigen Kommentars Tina  von Klopp (2010
    In: ZEIT ONLINE. http://www.zeit.de/digital/internet/2010-08/ende-telefon-internet-email, die den Schwerpunkt der Gesamtaufgabe darstellt, mit einem ergänzenden Erörterungsauftrag. Dadurch entsteht eine Mischform aus den Schreibformen Analyse undErörterung pragmatischer Texte.

    Die Aufgabenstellung, die als Mischform zu erkennen ist, gibt auch an, auf welcher Teilaufgabe der Gesamtaufgabe der Schwerpunkt liegt. w

    "Analysieren und erörtern Sie Tina Klopps Artikel »Warum das Telefongespräch verschwindet«, indem Sie die beiden folgenden Teilaufgaben in einem strukturierten zusammenhängenden Text bearbeiten.

    [01]
    Untersuchen Sie die Argumentationsweise sowie die strukturellen und sprachlichen Mittel des Textes.

    [02]
    Die Autorin wählt »Warum das Telefon verschwindet« als Überschrift für ihren Artikel. Prüfen Sie die These vom bevor- stehenden 'Verschwinden' des Telefons auf ihre Berechtigung, indem Sie sowohl auf die Argumentation Tina Klopps Bezug nehmen als auch Ihre eigenen Kommunikationserfahrungen berücksichtigen.

    Der Schwerpunkt der gesamten Aufgabe liegt auf der ersten Teilaufgabe, der Analyse der Textvorlage.

 

 

 

[ Schreibaufgabe Überblick Die Bedeutung der Vorgaben (Portmann) ◄ ▪ Produktorientierte SchreibaufgabenProzessorientierte Schreibaufgaben Umfassende und ausgegliederte SchreibaufgabenLernaufgabenÜbungsaufgabenLeistungsaufgaben 

 

 

 

4.3.1.1 Standardbezug (S.69)
Die vorgestellte Prüfungsaufgabe „Franka Potentes Zehn“ illustriert und konkretisiert schwerpunktmäßig folgende
Bildungsstandards:
Kompetenzbereich „Sich mit pragmatischen Texten auseinandersetzen“
Die Schülerinnen und Schüler können
N den inhaltlichen Zusammenhang voraussetzungsreicher Texte sichern und diese Texte terminologisch präzise und
sachgerecht zusammenfassen
N ein umfassendes, Textfunktionen, Situationen und Adressaten beachtendes Textverständnis formulieren
N die in pragmatischen Texten enthaltenen sprachlichen Handlungen ermitteln
N die Funktionen eines pragmatischen Textes bestimmen und dessen mögliche Wirkungsabsichten beurteilen
N die sprachlich-stilistische Gestaltung eines pragmatischen Textes fachgerecht beschreiben und deren Wirkungswei-
se erläutern

N Elemente der Textgestaltung einschließlich nichtsprachlicher Bestandteile in ihrer Funktion analysieren

N sich mittels pragmatischer Texte mit den eigenen Welt- und Wertvorstellungen [...] auseinandersetzen
N themengleiche Texte methodisch fachgerecht vergleichen
 

Kompetenzbereich „Schreiben“
Die Schülerinnen und Schüler können
N Texte orthografisch und grammatisch korrekt sowie fachsprachlich präzise, prägnant und stilistisch angemessen
verfassen
N anspruchsvolle Aufgabenstellungen in konkrete Schreibziele und Schreibpläne überführen und komplexe Texte un-
ter Beachtung von Textkonventionen eigenständig [...] strukturieren [...]
N Textbelege und andere Quellen korrekt zitieren bzw. paraphrasieren

N eigenes Wissen über literarische, sprachliche und andere Sachverhalte geordnet und differenziert darstellen
N Aufbau, inhaltlichen Zusammenhang und sprachlich-stilistische Merkmale eines Textes selbstständig fachgerecht
beschreiben
N Inhalte und Argumentationen komplexer Texte zusammenfassen, exzerpieren und referieren
N zu einem gegebenen komplexen Sachverhalt eine Untersuchungsfrage formulieren, die Auswahl der Untersuchungs-
aspekte begründen und den Untersuchungsgang skizzieren
N Schlussfolgerungen aus ihren Analysen, Vergleichen oder Diskussionen von Sachverhalten und Texten ziehen und
ihre Ergebnisse in kohärenter Weise darstellen

N zu fachlich strittigen Sachverhalten und Texten differenzierte Argumentationen entwerfen, diese strukturiert entfal-
ten und die Prämissen ihrer Argumentationen reflektieren


N bei der Auseinandersetzung mit Texten deren historische, kulturelle, philosophische, politische oder weltanschau-
liche Bezüge [...] verdeutlichen


Kompetenzbereich „Lesen“
Die Schülerinnen und Schüler können
N den komplexen Zusammenhang zwischen Teilaspekten und dem Textganzen erschließen

N Rückschlüsse aus der medialen Präsentation und Verbreitungsform eines Textes ziehen


N aus anspruchsvollen Aufgabenstellungen angemessene Leseziele ableiten und diese für die Textrezeption nutzen

N Verstehensbarrieren identifizieren und sie zum Anlass eines textnahen Lesens nehmen


N Rückschlüsse aus der medialen Präsentation und Verbreitungsform eines Textes ziehen
N Geltungsansprüche von Texten reflektieren und das Ergebnis in das Textverstehen einbeziehen
N ihr Fach- und Weltwissen flexibel einsetzen, um das Textverständnis zu vertiefen und die Relevanz des Gelesenen
einzuschätzen

 

Kriterien zur Notenbildung bei der Analyse pragmatischer Texte

Für die ▪ prüfend-bewertende Beurteilung der Gesamtleistung, die grundsätzlich eine ▪ "Gesamtwürdigung der erbrachten Leistung" (vgl. »BISTA-AHR-D 2012, S.23) darstellen muss, machen die KMK-Bildungsstandards (2012) die folgenden Vorgaben.

  • Wer die Note "gut" erreichen will, muss ungefähr vier Fünftel der erwarteten Gesamtleistung, und dabei Leistungen in allen drei Anforderungsbreichen erbringen.

  • "Ausreichend" ist die Leistung erst, wenn außer im Anforderungsbereich I auch Leistungen in einem anderen Anforderungsbereich erbracht worden sind, und zwar annähernd die Hälfte der erwarteten Gesamtleistung.

Im Übrigen gelten die allgemeinen Kriterien, mit denen im Deutschabitur im Rahmen der  "Gesamtwürdigung" (»BISTA-AHR-D 2012, S.26f) alle schriftlichen Aufgabenarten bewertet bzw. benotet werden sollen.


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Die Leistungen, die in den fachspezifischen (domänenspezifischen) Kompetenzbereichen und im ▪ prozessbezogenen Kompetenzbereich Schreiben erbracht werden sollen, werden in den den jeweiligen Prüfungsaufgaben beigegebenen Handreichungen zur Korrektur, ähnlich wie bei den ▪ illustrierenden Aufgaben in den ▪ KMK-Bildungsstandards (2012) BISTA-AHR-D 2012, S.28ff.), im Hinblick auf die Aufgaben differenziert beschrieben, mit einem umfassenden Erwartungshorizont der auf die Aufgaben bezogenen Leistungen und Bewertungskriterien für die Notenstufen 'gut' (11 Punkte) und 'ausreichend' (05 Punkte) versehen.

Dabei orientieren sich die domänenspezifischen Leistungen an den gattungsspezifischen schulischen Erschließungskategorien von ▪ erzählenden, ▪ dramatischen oder ▪ lyrischen Texten.

Den Aufgaben aus einem fachspezifischen (domänenspezifisch) Kompetenzbereich werden die Standards der ▪ prozessbezogenen Kompetenz Schreiben in den Abschnitten ▪ Erklärend und argumentierend schreiben und ▪ Informierend schreiben zugeordnet.

Bewertungskriterien für den Textvergleich

Bewertung der Gesamtleistung (S.80)
Eine Leistung wird im Sinne der Lösungserwartung mit „gut“ (11 Punkte) bewertet, wenn
N eine differenzierte und kompetente Erfüllung der dargestellten Erwartungen vorliegt, ohne dass Vollständigkeit im Detail erwartet wird
N ein zutreffendes Verständnis beider Textvorlagen gesichert ist
N der Schwerpunkt der Analyse auf der Rezension von Rüther (Textvorlage 1) liegt
N eine kriterienorientierte Gegenüberstellung zentraler Ansätze und Aussagen beider Texte gelingt
N die Argumentation und sprachliche Gestaltung der Texte in einen schlüssigen Zusammenhang mit Publikationswei-
se und Adressatenbezug gebracht werden
N zumindest exemplarisch implizite Erwartungen an Literatur, die den Kritikerurteilen zugrunde liegen, richtig benannt
werden
N der zu verfassende Text durchgängig aufgabenbezogen und kohärent gestaltet wird
N komplexe Gedankengänge prägnant und anschaulich entfaltet und ggf. eigenständige Positionen entwickelt werden N die entwickelten Gedanken sachlich, syntaktisch schlüssig und variabel sowie begrifflich präzise und differenziert
formuliert sind
N die erforderlichen Darstellungsschritte folgerichtig und konsequent angeordnet werden, wobei unterschiedliche
Gliederungsformen denkbar sind
N fachspezifische Verfahren und Begriffe überlegt angewandt werden
N eine deutliche sprachlich-analytische Distanz zum Stil der Textvorlage besteht
N Belege und Quellen weitestgehend korrekt zitiert bzw. paraphrasiert und geschickt in den eigenen Text integriert
werden
N die sichere Beherrschung standardsprachlicher Normen nachgewiesen wird
N die Leserführung durch optische Markierung der Struktur (z.B. Absätze) und eine angemessene äußere Form unter-
stützt wird
Eine Leistung wird im Sinne der Lösungserwartung mit „ausreichend“ (05 Punkte) bewertet, wenn
N ein grundsätzliches Verständnis der Texte nachgewiesen wird
N ein in Ansätzen durchgeführter, nicht immer systematischer Vergleich vorgenommen wird
N der Versuch erkennbar ist, Unterschiede in den Bewertungen auf unterschiedliche Erwartungen an Literatur zurück-
zuführen
N der verfasste Text im Wesentlichen kohärent ist
N die Gedankenführung trotz gelegentlicher Sprunghaftigkeit weitgehend nachvollziehbar bleibt
N die entwickelten Gedanken trotz eines eher stereotypen Satzbaus, begrifflicher Unschärfen und umständlicher,
nicht immer treffsicherer Ausdrucksweise sachlich und verständlich formuliert sind
N notwendige Darstellungsschritte für den Leser erkennbar sind
N ansatzweise fachspezifische Verfahren und Begriffe angewandt werden
N trotz gelegentlich fehlender Distanz zum Stil der Textvorlage wörtliche Übernahmen als Zitate gekennzeichnet wer-
den
N die standardsprachlichen Anforderungen grundsätzlich erfüllt werden N die äußere Form den Lesevorgang nicht erschwert

 

Bewertungskriterien (Argumentativer Text) (S.92)

Bewertung der Gesamtleistung
Eine Leistung wird im Sinne der Lösungserwartung mit „gut“ (11 Punkte) bewertet, wenn
N eine weitgehend vollständige Analyse der Argumentationsweise des Textes nachgewiesen wird
N die strukturellen und sprachlichen Mittel der Textvorlage differenziert erfasst und exemplarisch in ihrer Wirkung
beschrieben werden
N die zur Diskussion gestellte These facettenreich erörtert wird
N die in der Textvorlage enthaltenen Argumente eingehend geprüft und ggf. für die eigene Argumentation nutzbar ge-
macht werden
N eigene kommunikative Erfahrungen themenadäquat und funktional eingesetzt werden
N ein eigener begründeter und in der Sache fundierter Standpunkt erkennbar ist
N der zu verfassende Text durchgängig aufgabenbezogen und kohärent gestaltet wird
N komplexe Gedankengänge prägnant und anschaulich entfaltet werden
N die entwickelten Gedanken sachlich, syntaktisch schlüssig und variabel sowie begrifflich präzise und differenziert
formuliert sind
N die erforderlichen Darstellungsschritte folgerichtig und konsequent angeordnet werden, wobei unterschiedliche
Gliederungsformen denkbar sind
N fachspezifische Verfahren und Begriffe überlegt angewandt werden
N eine deutliche sprachlich-analytische Distanz zum Stil der Textvorlage besteht
N Belege und Quellen weitestgehend korrekt zitiert bzw. paraphrasiert und geschickt in den eigenen Text integriert
werden
N die sichere Beherrschung standardsprachlicher Normen nachgewiesen wird
N die Leserführung durch optische Markierung der Struktur (z.B. Absätze) und eine angemessene äußere Form unter-
stützt wird
Eine Leistung wird im Sinne der Lösungserwartung mit „ausreichend“ (05 Punkte) bewertet, wenn
N eine Analyse der Argumentationsweise des Textes im Ansatz erfolgt
N einige verwendete strukturelle und sprachliche Mittel grundsätzlich zutreffend beschrieben werden
N die zur Diskussion gestellte These in Grundzügen erörtert wird
N einzelne in der Textvorlage enthaltene Argumente für die eigene Argumentation verwendet werden
N eigene kommunikative Erfahrungen aspektorientiert einbezogen werden
N ein eigener Standpunkt erkennbar wird
N der verfasste Text im Wesentlichen kohärent ist
N die Gedankenführung trotz gelegentlicher Sprunghaftigkeit weitgehend nachvollziehbar bleibt
N die entwickelten Gedanken trotz eines eher stereotypen Satzbaus, begrifflicher Unschärfen und umständlicher,
nicht immer treffsicherer Ausdrucksweise sachlich und verständlich formuliert sind
N notwendige Darstellungsschritte für den Leser erkennbar sind
N ansatzweise fachspezifische Verfahren und Begriffe angewandt werden
N trotz gelegentlich fehlender Distanz zum Stil der Textvorlage wörtliche Übernahmen als Zitate gekennzeichnet wer-
den
N die standardsprachlichen Anforderungen grundsätzlich erfüllt werden N die äußere Form den Lesevorgang nicht erschwert

 

 

Kompetenzbereich Schreiben (BISTA–AHR–D 2012)
Standards
Kompetenzbereich: Sich mit Texten und Medien auseinandersetzen (BISTA-AHR-D 2012
Überblick
Sich mit pragmatischen Texten auseinandersetzen
Sich mit literarischen Texten auseinandersetzen
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Anforderungsbereiche

Sachtexte analysieren
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Überblick
Kontinuierliche Sachtexte analysieren »
Vergleichende Analyse kontinuierlicher Sachtexte
Überblick

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 27.08.2022

 
 

 
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