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KMK-Bildungsstandards im Fach Deutsch für das Abitur

Überblick

BISTA-AHR-D 2012

 
 
 

Die »Bildungsstandards im Fach Deutsch für die Allgemeine Hochschulreife, die von der Kultusministerkonferenz vom 18.10.2012 (Abk. BISTA-AHR-D 2012) verabschiedet worden sind, haben die «Einheitlichen Prüfungsanforderungen in der Abiturprüfung Deutsch (Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 01.12.1989 i. d. F. vom 24.05.2002) vollständig abgelöst (BISTA-AHR-D 2012, S.6).
Seit dem Jahr 2003 verabschiedete die Kultusministerkonferenz nach und nach Bildungsstandards auch für das Fach Deutsch (2003 für den Mittleren Bildungsabschluss, 2004 für den Hauptschulabschluss. Verbindlich eingeführt wurden diese Bildungsstandards in allen Ländern der Bundesrepublik Deutsch zu Beginn der Schuljahre 2004/2005 und 2005/2006. Im Jahr 2012 folgte die Verabschiedung der Bildungsstandards für das Deutschabitur.

Bildungsstandards und Kompetenzen

Aufgabe von Bildungsstandards ist es im Allgemeinen, die Lernergebnisse, die in Bildungsprozessen angestrebt werden, fächerspezifisch festzulegen. In den jeweiligen Fächern wird bestimmt, "welche Kompetenzen Kinder und Jugendliche bis zu einem bestimmten Abschnitt in ihrer Schullaufbahn entwickelt haben sollen. Unter einer Kompetenz wird dabei die Fähigkeit verstanden, Wissen und Können in den jeweiligen Fächern zur Lösung von Problemen anzuwenden." (Bildungsstandards (IQB), abgerufen am 21.1.2017)

Die Bildungsstandards im Fach Deutsch werden in einer allgemeinen Einführung im Rahmen der so genannten Fachpräambel vorgestellt, die beschreibt, "welche Aspekte des Wissens und Könnens der jeweilige Kompetenzbereich umfasst und wie diese miteinander zusammenhängen" (BISTA-AHR-D 2012, S.7). Im Anschluss daran werden die Bildungsstandards als Könnensbeschreibungen formuliert. Diese Anforderungen sollen von den Schülerinnen und Schülern am Ende der gymnasialen Oberstufe bewältigt werden können.

Regelstandards für alle Bildungsgänge, die zum Abitur führen

Die Bildungsstandards für das Deutschabitur (BISTA-AHR-D 2012) sind Regelstandards, die für alle Bildungsgänge, die zum Abitur führen.

Niveaustufen

Die Regelstandards sind auf zwei Niveaustufen formuliert, die an die Zahl der wöchentlichen Unterrichtsstunden gekoppelt sind, mit der diese Niveaus erreicht werden sollen.

  • Das grundlegende Niveau soll im Fach Deutsch mit mindestens 3 Unterrichtsstunden pro Woche erreicht werden.
  • Das erhöhte Niveau dagegen 4 oder mehr Wochenstunden erforderlich machen.

Da Schülerinnen und Schüler heutzutage eine große Heterogenität aufweisen, "die unter anderem mit ihrem sozialen und kulturellen Hintergrund, ihrer Herkunftssprache und ihrem Geschlecht verbunden ist" (BISTA-AHR-D 2012, S.6), wird von der Schule und ihre Lehrkräften gefordert, den Unterricht so zu planen und zu gestalten, sowie ggf. schulische Unterstützungsangebote anzubieten, "dass Schülerinnen und Schüler unabhängig von ihrer Herkunft die Bildungsstandards in der Regel erreichen können." (ebd.)

Allgemeine Ziele des Unterrichts im Fach Deutsch und seine fachdidaktischen Grundlagen

In der sogenannten Fachpräambel, die den Bildungsstandards vorangestellt ist, wird "eine vertiefte Beschäftigung und gründliche Auseinandersetzung mit Literatur, Sprache und Kommunikation" (ebd., S.13) in den Mittelpunkt des Deutschunterrichts in der gymnasialen Oberstufe gerückt. Im Rahmen der unterrichtlichen Lehr- und Lernprozesse können die Schülerinnen und Schüler

  • ausgeprägte produktive und rezeptive Text- und Gesprächskompetenz

  • literarhistorisches und ästhetisches Bewusstsein sowie

  • Argumentations- und Reflexionsfähigkeiten im Fach und über das Fach hinaus

entwickeln.

Auf der Grundlage eines weiten Textbegriffs, "der auch unterschiedliche mediale Erscheinungsformen von Literatur und Sprache einschließt" (ebd.) wird dem Deutschunterricht besondere Bedeutung bei der Entwicklung und Förderung von Medienkompetenz gegeben.
Hinzu kommen eine Reihe weiterer Ziele z. B. im Bereich der sprachlich-kommunikativen Fähigkeiten, der ästhetischen und der interkulturellen Kompetenz. (s. Abb. - vgl. BISTA-AHR-D 2012, S.13)

Kompetenzbereiche

Die Bildungsstandards für den Unterricht in der gymnasialen Oberstufe ist in fünf Kompetenzbereiche gegliedert. Diese stehen nicht für sich, sondern sind "in komplexer Weise miteinander verzahnt" (ebd.) Diese Kompetenzbereiche sind

In den Kompetenzbereichen "Sich mit Texten und Medien auseinandersetzen" und "Sprache und Sprachgebrauch reflektieren", die beide auf fachspezifischen Domänen beruhen, werden die prozessbezogenen Kompetenzen verbindlich auf den beiden Niveauebenen konkretisiert. Dabei erfolgt die Niveaustufung "zudem durch die Auswahl des Gegenstands und die Aufgabenstellung. Je nach Voraussetzungsreichtum, sprachlicher Komplexität und Informationsdichte der Texte variiert der Grad an Kenntnissen, Selbstständigkeit und Reflexionsvermögen, den Schülerinnen und Schüler auf grundlegendem oder erhöhtem Anforderungsniveau benötigen. Aufgaben auf erhöhtem Niveau fordern von den Schülerinnen und Schülern ein größeres Maß an Eigenständigkeit und Reflexion." (ebd, S.15)

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 25.01.2017
 

 
      
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