Home
Nach oben
Zurück
Weiter
 

 

arbtec_sm.jpg (2576 Byte)

Schreibkonferenz

Regeln


Das Konzept der "Schreibkonferenz" (writing conference), das man dem schrittweisen kooperativen Schreiben (Interactive writing) zuordnen kann, geht auf den britischen Grundschullehrer und späteren Professor an der University of New Hampshire/USA Donald H. Graves (1930-2010) (1983) zurück. In seiner schulischen Praxis stellte er fest, dass Kinder die unbekümmerte Schreibhaltung, die sie am Schulanfang mitbringen, im Zuge der Zeit verlieren, weil sie spüren, dass ihre Schreibleistungen in Rechtschreibung, Satzbau und Zeichensetzung) mit den Konventionen der Erwachsenenwelt noch nicht mithalten können. (vgl. Graves 1986, S.135) Die Rückgewinnung des Vertrauens in die eigenen Schreibfähigkeiten im Rahmen der persönlichen Schreibentwicklung in einem die Autonomie des Schreibenden stärkenden Prozess stellt das wichtigste Ziel der schreibdidaktischen Überlegungen von Graves dar. (Video: »Donald Graves Tells Us How To Get a Writing Class Started)

Mit fünf Regeln, die auch als chronologische Abfolge von Arbeitsschritten betrachtet werden können, lässt sich nach Spitta (1992, zit. n. (Necknig 2009, S.,68)  der Verlauf einer Schreibkonferenz strukturieren:

  1. Vorlesen - Spontanreaktion zum Inhalt

  2. Satzweises Durchgehen des Textes unter sprachlichen und inhaltlichen Aspekten

  3. Satzweise Rechtschreibkontrolle

  4. Endredaktion (Lehrkraft liefert Endkorrektur)

  5. Veröffentlichungsstunde (Veröffentlichung des Textes durch Vorlesen mit anschließender Diskussion darüber im Klassenverband)
     

Vorlesen - Spontanreaktion zum Inhalt
  • spontane Reaktionen der Teammitglieder auf den Inhalt des Geschrieben

  • danach: vertiefende Fragen zum Textverständnis

  • Autor beantwortet die Fragen mit seinen Erklärungen und erhält ggf. die Aufforderung von seinem Team, es in der so erklärten Weise auch niederzuschreiben

Satzweises Durchgehen des Textes unter sprachlichen und inhaltlichen Aspekten

  • Detailanalyse unter sprachlichen und inhaltlichen Gesichtspunkten

  • Betrachtung des Textaufbaus

  • ggf. Einsatz von "Schreibtipp-Karten", die entweder für einzelne Schreiber oder aber die gesamte Klasse angefertigt worden sind

Satzweise Rechtschreibkontrolle

  • Detailanalyse unter orthografischen Aspekten (kann auch allein erfolgen)

  • Hilfsmittel: Wörterbuch

Endredaktion (Lehrkraft liefert Endkorrektur)
  • Entwurf wird zur Endredaktion der Lehrperson vorgelegt, die noch nicht erkannte Rechtschreibfehler markiert und in einem kurzen Gespräch mit dem Autor bereinigt

  • inhaltliche oder stilistische Hinweise nur auf Verlangen des Autors

  • im Anschluss daran: Übertragung des Textes auf "Veröffentlichungspapier"

Veröffentlichungsstunde (Veröffentlichung des Textes durch Vorlesen mit anschließender Diskussion darüber im Klassenverband)
  • regelmäßige Durchführung, z. B. mindestens einmal pro Woche)

  • Autor trägt seinen Text der gesamten Klasse vor

  • Diskussion über den Text in der gesamten Klasse

  • ggf. und auf Anfrage des Autors auch ein individuelles Gespräch über eine mögliche Leistungsbewertung möglich

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 29.09.2013

                 
  Überblick ] Schreibateliers ] Schreibkonferenz ] Experten-Team ] Über-den-Rand ] Papier-Posting ] Schreibzirkel ] Autoreninterview ] Group Writing ]  

                   


          CC-Lizenz
 

 

Creative Commons Lizenzvertrag Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International License (CC-BY-SA) Dies gilt für alle Inhalte, sofern sie nicht von externen Quellen eingebunden werden oder anderweitig gekennzeichnet sind. Autor: Gert Egle/www.teachsam.de