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Aufbau der Infografikanalyse

Überblick

 
 
  Wer eine Infografik analysieren will, muss zunächst einmal die verschiedenen Formen von Infografiken mit ihren Stärken und Schwächen und ihrer Funktion kennen. Bei der schriftlichen Abfassung einer derartigen Analyse gelten bestimmte Regeln für den Aufbau und die sprachliche Gestaltung, die im Prinzip auch für die Diagramm- und Schaubildbeschreibung (vgl. Kurzkatalog von Leitfragen zur Diagrammanalyse) gelten.

A. Der Aufbau der Analyse einer Infografik

Die Analyse einer Infografik besteht aus drei Teilen:

1. Die Basisinformation

In der Basisinformation erhält der Leser die wichtigsten Angaben über den Inhalt bzw. Gegenstand des Schaubildes.
Dabei sollen nach Möglichkeit die folgenden Fragen beantwortet werden:

  • Wie lautet der Titel der Infografik? (Headline)

  • Wann und wo ist die Infografik veröffentlicht worden?

  • Auf welche Quellen stützt sich die Infografik?

  • Um was für eine Art von Infografik handelt es sich?

  • Welcher Sachverhalt wird dargestellt (Inhalt in Kurzform)?

  • In welcher Form werden die Sachverhalte präsentiert?

  • An welchen Adressatenkreis richtet sich die Infografik?

2. Beschreibung der dargebotenen Informationen nach Form und Inhalt und Erfassung der dominierenden Textfunktion

Im zweiten Teil soll die Beschreibung der dargebotenen Informationen nach Inhalt und Form erfolgen. Diese beiden Analyseaspekte sollen aufeinander bezogen sein, d. h. es soll, wenn möglich beschrieben werden, ob und inwiefern der Inhalt in einer angemessenen bzw. adäquaten Form veranschaulicht wird. Ferner muss die dominierende Textfunktion ermittelt werden.
Dabei sollen nach Möglichkeit die folgenden Fragen nach dem Inhalt der Infografik beantwortet werden:

  • Was ist dargestellt?

  • Was wird miteinander verglichen bzw. einander gegenübergestellt?

  • Um welche Vergleichsart handelt es sich?

  • Wie laufen z. B. Veränderungen ab (stetig, wechselhaft, auf-, abwärts, Hoch-, Tiefpunkte,, Mittelwerte, Anfangs- und Endpunkte ...)?

  • Strukturvergleich

  • Rangfolgevergleich

  • Zeitreihenvergleich

  • Häufigkeitsvergleich

  • Korrelationsvergleich

vgl. Zelazny 1986

vgl. Jansen/Scharfe 1999

Ferner sollen die Fragen nach der Form bzw. der Gestaltung der Infografik beantwortet werden. Dazu zählen z. B. die folgenden Fragen:

  • Wie ist die Infografik aufgebaut?

  • Welche Text- und Bildteile sind erkennbar?

  • Werden Datenmengen grafisch veranschaulicht?

  • Wie sind die Zahlenwerte dargestellt und werden Veränderungen auf diese Zahlenwerte umgerechnet?

Ein weiterer Gesichtspunkt, der bei der Beschreibung der dargebotenen Informationen nach Form und Inhalt untersucht werden muss, ist die Textfunktion. Dabei sollten z. B. die folgenden Fragen beantwortet werden:

  • Soll die Infografik etwas beschreiben, erklären oder empfehlen?

  • Werden mit der Infografik Ziele verfolgt, die über das Dargestellte hinausgehen?

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3. Interpretation der Informationen der Infografik

Im dritten Teil der Analyse einer Infografik geht es um die Interpretation der dargestellten Sachverhalte und der Darstellung selbst. Hierbei werden die Aussagen, die mit der Infografik gemacht werden, zusammengefasst und beurteilt. Ferner werden Schlüsse aus den dargebotenen Informationen gezogen.
Dabei sollten die nachfolgenden Fragen beantwortet werden:

  • Welche Aussagen werden veranschaulicht?

  • In welcher Beziehung stehen die dargestellten Sachverhalte bzw. Daten zueinander?

  • Welche Schlüsse bzw. Schlussfolgerungen lassen sich daraus ziehen?

  • Welche offenen Fragen ergeben sich aus den dargestellten Aussagen?

  • Welche Informationen fehlen in der Infografik? Warum?

  • Will die Infografik manipulierend auf den Betrachter Einfluss nehmen, will sie ihm eine bestimmte Sicht suggerieren?

B. Sprachliche Gestaltung

Wer die Beschreibung und / oder Interpretation einer Infografik in schriftlicher Form vornehmen will, muss bei der sprachlichen Gestaltung die nachfolgenden Aspekte beachten:
  • grundsätzlich Präsens (= Gegenwartsform)

bei der Wiedergabe von Vorgängen in der Vergangenheit auch Präteritum (Vergangenheitsform), bei Prognosen über die Zukunft auch Futur (Zukunft)

  • sachliche, informative Sprache und Darstellung

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 29.08.2016

 
      
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