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Fragenzirkel

Überblick


  Bei vielen längerfristig angelegten Lernaufgaben kommt es darauf an, zu einem komplexen Thema eine Problemstellung zu finden, unter dem das Thema betrachtet werden soll. Das ist oft gar nicht einfach und verlangt ein schrittweises Vorgehen.
Mit Hilfe eines mehrschrittigen Verfahrens, das in Einzelarbeit, aber auch mit einem schrittweise kooperativen Vorgehen durchgeführt werden kann, lässt sich eine geeignete Problemstellung erarbeiten. Diese Technik bezeichnet man als Fragenzirkel. Dabei muss man, wie der Begriff schon andeutet, zu einem Thema eine fragende Haltung einnehmen. Dabei geht es darum, an das Thema immer differenziertere Fragen zu stellen, deren mögliche Beantwortung Genaueres über das Thema und seine verschiedenen Aspekte aussagt.
Das Thema kann einem dabei vorgegeben sein oder kann – aus Übungszwecken – aus einem allgemeinen Themenpool stammen, aus dem die Teilnehmer im Losverfahren ein Thema ziehen, zu dem sie eine möglichst präzise, aber zugleich auch ergiebige Fragestellung mit Hilfe der Methode des Fragenzirkels erarbeiten sollen.

Es geht um eine problemorientierte Bearbeitung des Themas

Ausgangspunkt der Methode ist die Erfahrung, dass Schülerinnen und Schüler , z. B. im Rahmen von längerfristig und komplexer angelegten Schreibaufgaben wie z. B. bei der so genannten GFS nicht selten ein sehr allgemein gehaltenes Thema nach dem Muster "Menschenrechte", "Buddhismus", "Martin Luther" oder "AIDS" erhalten, selbst vorschlagen oder von der Lehrperson vorgeschlagen bekommen.
Solche Themen sind also häufig so weit gestellt, dass die Schülerinnen und Schüler eine Bearbeitung wählen, die möglichst alle Aspekte des Themas irgendwie erfasst oder zumindest streift. Herauskommt nicht selten ein verkürzter Lexikonartikel z. B. aus der Online-Enzyklopädie Wikipedia, der eigentlich nur eine Textzusammenfassung darstellt.

Auf der Strecke bleibt dabei eine Problemorientierung, die den eigentlichen Grund für die Befassung mit einem Thema darstellen sollte. Der problemorientierte Ansatz zielt darauf, dass man sich als Schreiber bzw. Schreiberin unter Heranziehung der notwendigen Sachinformationen mit einem bestimmten Problem oder verschiedenen Problemen auseinandersetzt, die im Zusammenhang mit dem Thema auftreten oder auftreten können. Ziel des problemorientierten Arbeits- bzw. Schreibprozesses ist also nicht einen lexikonartigen Überblick über möglichst viele Aspekte eines komplexen Themas, sondern die Eingrenzung des Themas auf ein bzw. wenige Probleme, die sich im Zusammenhang mit dem Thema stellen.
Wenn am Ende eines Fragenzirkels zum Thema „Migration in Deutschland“ die Problemstellung stünde: „Soll das Asylrecht unter dem Blickwinkel der großen Flüchtlingsströme nach Deutschland geändert werden?“ dann wäre diese Eingrenzung des Themas vorgenommen worden.
Für die weitere Arbeit nach der Eingrenzung der Problemstellung käme es also darauf an, alle jene Aspekte des Themas heranzuziehen, die zu einer sachgerechten Beantwortung der Problemfrage beitragen. Verlangt ist also eine Fokussierung auf die eingegrenzte Problemstellung.
Das bedeutet natürlich auch, dass man unter der Vielzahl jener Aspekte, die zum übergeordneten Thema „Migration in Deutschland“ gehören, jene auswählt, die für die Beantwortung der Frage relevant sind. Dies erleichtert einem auch die Materialsichtung, wenn es darum geht, dieser Frage im weiteren Arbeitsprozess nachzugehen. Problemorientierung, Eingrenzung des Themas, Fokussierung der Materialauswahl und –bearbeitung greifen auf diese Weise ineinander

10 Arbeitsschritte auf 9+n Blättern

Der Fragenzirkel besteht aus 10 Arbeitsschritten auf 9 + n Blättern. Diese Arbeitsschritte sollten wie in der nachfolgenden Darstellung verdeutlicht, nacheinander durchgeführt werden

Papierverbrauch ist erwünscht!

Der hier vorgeschlagene Fragenzirkel setzt bewusst auf Schreibarbeit und Papierverbrauch. Damit werden stets gedankliche Operationen schriftlich vollzogen bzw. so organisiert, dass eine Konzentration auf den jeweiligen Arbeitsschritt ermöglicht wird.
Am leichtesten lässt sich die Methode am PC durchführen. In diesem Fall kann man sich mit "Kopieren und Einfügen" natürlich eine Menge Schreibarbeit sparen. Ob es freilich den Gedankenfluss erhöht, wenn man beim Herausfinden von geeigneten Fragen stets auf den Bildschirm starrt, ist natürlich eine andere Frage.

 Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 06.09.2016

 
      
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Creative Commons Lizenzvertrag Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International License (CC-BY-SA) Dies gilt für alle Inhalte, sofern sie nicht von externen Quellen eingebunden werden oder anderweitig gekennzeichnet sind. Autor: Gert Egle/www.teachsam.de