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Eine Aussagenliste erstellen

Überblick

 
 
Um den Inhalt eines Textes zu erfassen kann man auch eine Aussagenliste erstellen. (vgl. Thesenpapier) Dabei werden die Aussagen eines Textes in Form von Sätzen untereinander aufgelistet. Dies geht über das bei den Stichwortlisten (lineare und strukturierte Stichwortliste) Erwartete hinaus und ist dabei verglichen mit diesem einem höheren Kompetenzniveau zuzuordnen.

Bei dieser Form der inhaltlichen Erfassung von Texten werden alle wichtigen Aussagen eines Textes in Form von Sätzen (Propositionen) untereinander aufgelistet. Dabei werden im Allgemeinen ganze Sätze formuliert. Es empfiehlt sich bei dieser Form der inhaltlichen Erfassung des Textes seine eigenen Sätze zwar nahe am Text, aber nicht unbedingt unter Verwendung des Satzbaus der Vorlage zu formulieren.

Formen der Aussagenliste

Grundsätzlich lassen sich zwei verschiedene Formen der Aussagenliste unterscheiden.

Arbeitschritte

Wer den Inhalt eines Textes mit einer Aussagenliste erfassen will, sollte folgende Arbeitsschritte beachten:

  • Erste Lektüre des Textes

  • Im zweiten Lektüredurchgang werden die wichtigsten Aussagen am Rand markiert.

  • Auflisten der wichtigsten Aussagen/Thesen nacheinander und untereinander.

  • Hinzufügen von Notizen als Ergänzungen zu den Aussagen, so weit nötig und gewünscht

Beispiel:
Hoimar von Ditfurth: Die mörderische Konsequenz des Mitleids«

Auch heute werden wieder 40000 Kinder sterben - alle zwei Sekunden eines. Als kleine Skelette mit faltig-alten Gesichtern werden sie irgendwann im Laufe dieses Tages aufhören zu leben. Alle 24 Stunden entsteht so, verteilt über die Länder der so genannten Dritten Welt, ein Berg von 40000 verschrumpelten Kinderleichen.
Furchtbar? Viel schlimmer: Wenn diese Kinder nicht stürben, wenn sie nicht in den Armen ihrer Mütter verhungerten, die selbst nicht mehr die Kraft haben, ihrer Trauer Ausdruck zu verleihen, wenn sie etwa überlebten und gar erwachsen würden, um selbst Kinder zu haben, dann wäre die Katastrophe noch weitaus größer. Es mag zynisch klingen, dass ihr vieltausendfacher lautloser Tod die Erde vor einer Situation bewahrt, die alles heutige Sterben bei weitem überträfe. Nur, es ist die logische Konsequenz aus der irrationalen Ungleichung, dem Geburtenüberschuss aus der Dritten Welt durch Geburtenkontrolle nicht vorzubeugen aus der heuchlerischen Achtung vor dem Leben, das - erst einmal geboren - am Leben nicht erhalten werden kann. [...]

Aussagenliste

Der obige Text enthält die folgenden wesentlichen Aussagen:

  1. Täglich sterben 40.000 Kinder in der Dritten Welt.
  2. Diese Kinder verhungern.
  3. Wenn sie überleben würden, käme es zu einer noch größeren Katastrophe.
  4. Dem Geburtenüberschuss in der Dritten Welt wird nicht durch Geburtenkontrolle vorgebeugt.
  5. Grund dafür ist eine heuchlerische Achtung vor dem Leben.

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 02.09.2016

      
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