▪
Kontinuierliche Sachtexte
annotieren
▪
Literarische Texte annotieren
Für das Lesen Zeit nehmen
Wer ▪ einen Text inhaltlich erfassen
will, muss sich, das ist das Wichtigste, für das
Lesen hinreichend
Zeit nehmen. Dabei kann man einer bestimmten ▪
Lesestrategie folgen (z. B. der
SQ3R-Technik
nach Robinson), sollte aber unter Umständen auch mit
▪ affektiven und volitionale Stützstrategien
dafür Sorge tragen,
die Bereitschaft zum Lesen aufrechtzuerhalten.
Wenn es sich beim Annotieren um ▪
schulische
Schreibaufgaben zur ▪
Textwiedergabe, ▪
Textanalyse, ▪
Texterörterung und ▪
Textinterpretation handelt, geht man dabei am besten ▪
Schritt für
Schritt vor. Und bei diesem Vorgehen ist stets vorgesehen, dass
ein Text mehrfach zu lesen ist.
Nur wenige Annotationen beim ersten Lesen des Textes
Bevor man mit dem Annotieren zur eigentlichen Textarbeit kommt,
sollte der Text einmal in ganzer Länge durchgelesen werden, um sich
einen Eindruck davon zu machen, worum es darin geht. Markierungen
sollten bei dieser Primärrezeption des Textes dabei nur sehr
zurückhaltend oder auch noch gar nicht vorgenommen werden. So
kann man z. B. die Antworten auf allgemeine Fragen wie
-
Was verstehe ich
nicht?
-
Welche Aussagen
finde ich gut?
-
Was missfällt mir
und findet meine Zustimmung nicht?
-
Was ist dem
Autor/der Autorin des Textes wichtig?
mit ein paar
(vorläufigen) Längsstrichen am Seitenrand markieren.
Mit der zweiten Lektüre geht es los
Hat man sich auf diese Weise einen Überblick über den Text
verschafft, kann man beim zweiten Lesen dazu übergehen, den Text mit
Annotationen zu erschließen. Das geschieht in der Regel nicht nur
mit einem weiteren Lektüredurchgang, sondern kann mehrmaliges Lesen
erforderlich machen, um den Inhalt, Aufbau und Strukturen eines
Textes herauszuarbeiten.
Hier ist es auch angebracht, selbstgewählten oder bestimmten
textsortentypischen Kriterien beim Annotieren folgen oder die
Vorgaben der Schreibaufgabe als Suchanweisung für entsprechende
Textstellen zu nutzen.
Am besten kein Lineal und kein Textmarker nach der Primärrezeption
Es
ist meistens keine gute Idee, den Text zeilenweise über einem Lineal
zu lesen und dann Unterstreichungen vorzunehmen. Sehr oft wird dann
am Lineal entlang zeilenweise unterstrichen, was einen bei der
Erfassung des Textes häufig nicht viel weiter bringt.
Genauso
verhält es sich beim Einsatz von Textmarkern, mit denen - vor allem
wenn es sich um eine einzige Farbe handelt - oft längere
Textpassagen flächenhaft angemalt werden. Eine strukturierte
Erfassung unterschiedlicher Textmomente ist dann kaum möglich.
Kommen Textmarker zum Einsatz, sollten sie erst gegen Ende des Annotationsprozesses zum Einsatz kommen, wenn man wirklich weiß, was
man mit einem Textmarker zum Leuchten bringen will. Statt ganze
Zeilen mit einem Textmarker anzustreichen oder zu unterstreichen,
ist es mitunter sehr viel hilfreicher, wirklich gute
Randmarkierungen anzubringen, die etwas darüber aussagen, was einem
an der Textstelle aufgefallen ist!
Die Faustregel: Nie mehr als eineinhalb Zeilen am Stück
hintereinander markieren
Wenn man Text markiert, sollte man tunlichst vermeiden, mehr als
eineinhalb Zeilen hintereinander am Stück hervorzuheben. Manchmal
scheint der Textmarker oder Stift wie von selbst weiterzuarbeiten,
so dass am Ende nichts gewonnen ist.

Beispiel mit MS Word annotiert
Markierungen und Hervorhebungen variabel und bedacht verwenden
Um die Informationen eines Textes genau zu erfassen, kann
man verschiedene ▪ Arbeitstechniken
zum ▪
Annotieren mit Markierungen
und Hervorhebungen einsetzen. Dabei können stets auch unterschiedliche
Farben zur Kennzeichnung von Zusammengehörigem verwendet werden.
Als
eigenaktive Tätigkeit, das weiß man aus der ▪
Verständlichkeitsforschung, ist das Markieren und Hervorheben eine
ausgezeichnete Methode, um Texte zu verstehen. Während in einem Text schon
vorhandene Markierungen und Hervorhebungen eine weitaus geringere Wirkung
haben.
-
Mit
Unterstreichungen können schon bei
der ersten Lektüre eines Textes wichtige Gesichtspunkte hervorgehoben
werden. Allerdings sollte man nicht zeilenweise, d. h. mehrere Zeilen
nacheinander unterstreichen. Stattdessen ist ein Längsstrich am Rand des Textes
angebracht, wenn die Unterstreichung zwei ganze Zeilen übersteigt.
Im zweiten
Lektüredurchgang können dann bei genauerer Textkenntnis einzelne Begriffe und Wendungen
in dem so markierten Abschnitt hervorgehoben werden. Selbstverständlich
können auch Textmarker zum Einsatz kommen, wenn sie mit Bedacht
und sparsam verwendet werden. Einen "Gesamtanstrich" sollte man
vermeiden!
-
Auch quer über den Text
gezogene dünne Linien (am besten mit einem dünnen Bleistift!) können
bestimmte Aussagen/Begriffe/Konzepte so miteinander in Verbindung
bringen, dass das Begriffsnetz
dahinter sichtbar wird.
-
Schüsselbegriffe und -konzepte,
typische
Prozedurausdrücke für ▪
Textprozeduren
können umrandet (ggf. auch separat aufgelistet) werden. Dies gilt auch zur Hervorhebung von
▪ Verknüpfungswörtern zur Hervorhebung argumentativer Strukturen in
einem Text. Auf solche Verknüpfungswörter kann man z. B. gut
zurückgreifen, wenn als ▪ Visualisierung des
Textes eine ▪ Argumentationsskizze oder
eine ▪ Concept Map erstellt werden
soll.
-
Mit
Markierungen am Rand und
innerhalb eines Textes und kurzen
Randkommentaren
verschafft man sich den nötigen Überblick über einen Text.
-
Beim
Exzerpieren werden längere
Textpassagen mit eigenen Worten zusammengefasst und / oder auszugsweise wörtlich
übernommen. Wenn Texte unter einer bestimmten Fragestellung exzerpiert werden, muss die
gedankliche Struktur und der Argumentationszusammenhang des Ausgangstextes erhalten
bleiben. Bei wörtlichen Übernahmen (Zitaten) muss am Ende eine
Quellenangabe
stehen. Sie gibt Aufschluss darüber, wo, z.B. auf welcher Seite,
ein bestimmtes Zitat wieder zu finden ist.
Beispiele:

Abkürzungen und grafische Zeichen als Symbole verwenden
Außer
Unterstreichungen und Hervorhebungen aller Art kann man bestimmte
grafische Symbole und Abkürzungen verwenden, um am Rand des Textes
Markierungen anzubringen.
|
Randmarkierungen |
Markierungen
innerhalb des
Textes |
Randkommentare
|
|
Sachtext (Auswahl) |
literarische
Texte (Auswahl) |
| /
|
wichtig |
| //
|
sehr wichtig |
| ! |
erstaunlich |
| ? |
fragwürdig |
| +
|
gut |
| -
|
schlecht |
|
einkreisen
einkasteln
unterstreichen
farbige Markierungen mit Leuchtmarker o. ä. |
Th
(These)
Arg (Argument)
Def
(Definition)
Log? (Logik)
Bsp (Beispiel)
Anrede
vgl. S.
Proz (Prozedurausdruck)
Prozarg
(Prozedurausdruck
für das Argumentieren) ... |
Raum
eZ
(erzählte Zeit)
EZ (Erzählzeit)
ChFigur1
(Charakteristik Figur 1)
Metapher
Vergleich
vgl. S.
|
Liegen die zu bearbeitenden Texte im pdf-Format vor, wie z. B. die
teachSam-OER-Pdfs können Sie auch mit einem Annotationsprogramm bearbeitet
werden (was auch auf dem Tablet funktioniert). Das geht zum Beispiel mit den neuen
Versionen des frei erhältlichen Acrobat Readers oder anderen, speziell dafür
ausgelegten Programmen. Dabei kann man z. B. zu folgenden Ergebnissen kommen
(hier im Screenshot unter Einblendung der Textfelder mit dem Inhalt der an
bestimmte Aussagen im Text fixierte Textnotizen.

Der Parallelkonspekt als integrierte Form zur Texterfassung
Eine zahlreiche Methoden der Texterfassung einschließende Technik ist die
Erarbeitung eines
▪
Parallelkonspekts
zum Text. Dieser setzt
▪ intensives Lesen des Textes
voraus. Dieser kann auch sehr gut mit einem Annotationsprogramm am PC oder
Tablet erstellt werden. (Digitales Annotieren am PC oder
mit dem Tablet)
Beispiele
für Parallelkonspekte
Gert Egle, zuletzt bearbeitet am:
12.03.2024
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