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Lesestrategien

SQ3R-Technik

(Robinson 1946)


Die von F. P. Robinson (1946) entwickelte  SQ3R-Technik (S= Survey, Q= Question, 3xR= Read, Recite, Review) stellt die wohl bekannteste Lesestrategie dar. Sie kombiniert verschiedene Einzeltechniken miteinander und bringt sie in eine Abfolge von fünf Teilschritten, die nacheinander durchgeführt werden müssen, um ein vertieftes Textverständnis zu erlangen.
  
1 Survey ersten Eindruck von Textinhalt und -aufbau gewinnen

schnell erfassbare Textinformationen erfassen

Titel, Inhaltsverzeichnis, Vorwort, Gliederung, Text- bzw. Kapitelzusammenfassungen, Stichwort- und Autorenregister, Literaturverzeichnis
2 Question Fragen an den Text stellen (vgl. W-Fragen-MethodeFragemethode) auf der Basis des eigenen Wissens; von jeweiligen Zielsetzungen abhängig;  Fragen zum Inhalt, zu einzelnen Kapiteln, zum Autor und dessen Position
3 Read Lesen als aktiver Prozess der Verarbeitung der Textinformationen im eigenen kognitiven System Lesegeschwindigkeit der Textschwierigkeit anpassen; Besonderheiten der Textstruktur herausarbeiten; Gewichtungen unter den von den Fragen aufgeworfenen Aspekten vornehmen; ggf. graphische Darstellungstechniken verwenden;
4 Recite Textinhalt nach  abschnittweiser Lektüre in eigenen Worten rekapitulieren   Inhalt losgelöst vom Text wiedergeben; eigenes Textverständnis überprüfen
5 Review zusammenhängenden Gesamtüberblick gewinnen - 
repetieren
Arbeitsschritte 1 - 4 gedanklich noch einmal durchgehen; integrativen Gesamtüberblick erhalten

(vgl. Christmann/Groeben 1999, S.192)

Der Erfolg der SQ3R-Technik, wie auch der PQ4R-Methode, beruht darauf, dass sie, wenn man ihr folgt, eine elaborative Verarbeitung des Textes ermöglicht. (vgl. Elaborationsstrategien) Diese besteht grundsätzlich darin, dass der zu erfassende Textinhalt um zusätzliche Informationen erweitert wird. (vgl. Anderson 1996, S. 187, S.191) In wissenschaftlichen Experimenten konnte nachgewiesen werden, dass insbesondere das selbständige Stellen von Fragen an den Text die Behaltensleistung bei der darauf bezogenen Texterfassung am deutlichsten unterstützte. Nicht ganz so effektiv ist die Beantwortung vorgegebener Fragen, aber beide führen zu einem deutlich größeren Erfolg als das "bloße Lesen" eines Textes.

                 
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