Home
Nach oben
Weiter
 

 

Diagramme

Überblick


Diagramme sind als Bildstatistiken in der heutigen Informationsgesellschaft nicht mehr wegzudenken. Sie veranschaulichen Daten, die als Zahlenwerte ausgedrückt werden können und finden sich in zahlreichen Publikationen. In Präsentationen sind sie überall dazu finden, wo "trockene" Zahlen visualisiert werden sollen. Sie sind Teil und prägen auf ihre Weise die dominante Bildkultur in unserer Zeit. Ihre Erstellung mit Computersoftware und Apps gehört inzwischen zur informationstechnischen Grundausbildung, die in der Schule gelehrt und in der Arbeitswelt angewendet wird.
Diagramme bieten ihre Informationen in einer anschaulichen Kombination von textlichen und grafischen/bildlichen Elementen an, die, wenn sie gut gemacht ist, eine hohe Anschaulichkeit besitzt. Darüber hinaus fördern Diagramme bei der Rezeption ihrer sprachlichen und nichtsprachlichen Elemente durch den Betrachter das Zusammenwirken beider Gehirnhälften und damit eine bessere Verarbeitung dieser Informationen. Daher können sie auch oft schneller rezipiert werden und wirken, wenn sie nicht überladen sind, dazu auch oft verständlicher als rein textliches Zahlenwerk in Tabellen. Aber: Da wir für Bildbotschaften sehr empfänglich sind, können damit unter Umständen auch Botschaften gesendet werden und in unser (Unter-)Bewusstsein eindringen, ohne dass wir uns dessen gewahr sind. Dadurch entsteht also auch die Gefahr der Manipulation.

Der Begriff

Ein Diagramm (gr. diágramma = Umriss, musikalisches Schema; dazu das Verb: diagráphein = "mit Linien umziehen") stellt zunächst einmal eine zeichnerische, insofern grafische, Darstellung von Größenverhältnissen in anschaulicher, leicht überblickbarer Form dar (vgl. DUDEN - Das große Fremdwörterbuch 2003, S.328) Die  Darstellung von Größen- bzw. Mengenverhältnissen und damit die Visualisierung von quantifizierbaren Daten oder  zahlenmäßiger Informationen unterscheidet das Diagramm von kartographischen Infografiken und Prinzipdarstellungen. Dabei sind Diagramme unterschiedlicher Art oft Bestandteil komplexer Infografiken, die über die Visualisierung von Daten hinaus, aus einer komplexen Bild-Text-Kombination bestehen. Auch wenn es keine einheitliche Terminologie gibt: Hier verwenden wir den Begriff Diagramm für die Visualisierung quantifizierbarer Daten, während wir den Begriff Infografik oder Schaubild als eine eigene Textsorte betrachten, die eben auch ein oder mehrere Diagramme enthalten kann.

Für die Visualisierung quantifizierbarer Daten in Form von Diagrammen gibt es ganz unterschiedliche Formtypen, die Unterschiedliches leisten und sich für jeweils besondere Darstellungsabsichten besonders gut eignen. Man kann diese Typen von Diagrammen auf der Grundlage unterschiedlicher Kategorien bestimmen. So unterscheidet man Formtypen, Komplexitätstypen und Vergleichstypen je danach, was das dominierende Klassifikationskriterium darstellen soll. Am weitesten verbreitet ist dabei die Unterscheidung nach Formtypen mit ihren Grundformen SäulendiagrammBalkendiagramm, Linien- oder Kurvendiagramm, Kreisdiagramm, Punktediagramm und Rechteckdiagramm.

Anforderungen an die Gestaltung von Diagrammen

Beim Beschreiben, Analysieren und Interpretieren von Diagrammen muss man das Zusammenspiel von Form und Inhalt in seiner Wechselwirkung beachten.
Mitunter kommt es einem vor, als läge das, was ein Diagramm mitteilen will, quasi auf der Hand. Und doch kommt es bei der Verständigung über das, was ein Diagramm ausdrückt, stets darauf das Gesehene in Worte zu fassen.
Wer die Informationen eines Diagramms beispielsweise benötigt, um eine bestimmte Entscheidung zu treffen, muss wissen, was  es aussagt. Die Aussage ist also das, worauf es ankommt. Dabei muss man bei der Diagrammbeschreibung und Analyse wie oben im Schaubild dargestellt verfahren. Man muss

  • die dargestellten Daten im Einzelnen und ihrem Zusammenhang und

  • die Aussageabsicht des Diagramms

erfassen, um sich letzten Endes mit den Aussagen des Diagramms (kritisch) auseinandersetzen zu können.

Vorsicht Manipulation!

Wenn der Autor eines Diagramms weiß, wie wir visuelle Informationen verarbeiten, kann er dies für seine Ziele ausnutzen. So kann er auf uns Einfluss nehmen, ohne dass wir dies unbedingt merken. In einem solchen Fall will uns der "Diagrammmacher" als Betrachter / Leser bewusst manipulieren. Diagramme eignen sich besonders deshalb zur Manipulation, weil sie die dargebotenen Daten "aufbereiten", was im Klartext nichts anderes bedeutet, als eine bestimmte Deutungsperspektive festzulegen. Daraus folgt natürlich: Wer Diagramme differenziert beschreiben und auswerten kann, ist auch nicht so einfach zu manipulieren. (vgl. u. a.: Ganztägige Fehltage in den Klassen 10 und 11, "Bei mir kommen alle Noten vor ..." - Ein Diagramm als Diskussionsgrundlage, Vorsicht Augenmaß! - Flächen und Volumen, Vorsicht Augenmaß! - Linien)

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 16.01.2017

      
  Überblick ] Isotype ] Diagramme ]  
 

          CC-Lizenz
 

 

Creative Commons Lizenzvertrag Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International License (CC-BY-SA) Dies gilt für alle Inhalte, sofern sie nicht von externen Quellen eingebunden werden oder anderweitig gekennzeichnet sind. Autor: Gert Egle/www.teachsam.de